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Umwelt, Planen und Bauen

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08.02.2024: Satzung des Gewässerpflegeverbandes Brandsau

Diese Satzung tritt am Tage nach der Bekanntmachung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Satzung vom 08. Dezember 2022 außer Kraft.

  • Datum: 08.02.2024

    08.02.2024: Satzung des Gewässerpflegeverbandes Brandsau

22.01.2024: Erster Naturschutzbrief

Liebe Leser*innen,

vor Ihnen sehen Sie den 1. Naturschutzbrief der unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Segeberg. Künftig möchten wir Sie an dieser Stelle regelmäßig über naturschutzfachliche Themen informieren. Viel Spaß dabei!

"Enkeltauglich": Unter dieser Überschrift hatte ein Mitglied einer Stormarner Wählergemeinschaft im Oktober vergangenen Jahres einen Artikel in einem Stormarner Wochenblatt veröffentlicht. Doch letztlich ist es egal, von wem dieser Bericht stammt und wo er erschienen ist, da der Autor Anspruch auf globale Gültigkeit erhob.

Er führte aus, dass der Begriff "Enkeltauglichkeit" darauf abziele uns bewusst zu machen, welche Zukunft wir den Nachfolgegenerationen hinterlassen wollen.

Er warf dann ein paar ziemlich provokante und populistische Fragen auf, die mir zeigten, dass er den Kern des Begriffs letztlich nicht für sich erschließen konnte. Unter anderem gehört der Autor zu jenen, für die der vom Menschen verursachte Klimawandel kein Thema ist: "Natürlich wandelt sich das Klima, das hat es immer gemacht (…). Möglicherweise gibt es zukünftig vermehrt extreme Wettersituationen, auf die wir vorbereitet sein müssen. Das ist ein Thema für die Kommunalpolitik." So einfach ist das dann ja aber nicht, wie uns Schleswig-Holsteinern die Ostsee-Sturmflut dieses Jahr vom 20. auf den 21. Oktober deutlich vor Augen führte.

Natürlich muss sich auch die Kommunalpolitik mit Klimafolgenanpassung befassen; aber damit reagiert sie nur auf Symptome und ändert nichts an den Ursachen. Und an die Ursachen muss man heran, wenn unser Planet enkeltauglich sein soll. Dass der Klimawandel menschgemacht ist, bestreitet in der seriösen Wissenschaft niemand mehr und diese Tatsache stellt auch niemand mehr ernsthaft in Frage, der sich nicht notorisch selbst belügt (oder alternative Fakten präferiert).

Weniger bekannt ist der dramatische Verlust an Tier- und Pflanzenarten – "Biodiversitätskrise" ist hier das Stichwort. Und auch wenn sich dieser Verlust an Biodiversität für die meisten Mitbürger*innen vor allem darin zeigt, dass sie im Sommer selbst nach längeren Autofahrten nicht mehr Windschutzscheibe und Scheinwerfer von Insektenleichen säubern müssen, ist das Problem doch deutlich tiefgreifender und geeignet, sich Sorgen um künftige Generationen zu machen. Denn: Wenn sich die Art und Weise, wie wir leben, unsere Nahrungsmittel produzieren und unsere Umwelt gestalten, so verheerend auf Arten und Lebensgemeinschaften auswirkt – welche Folgen werden am Ende für uns entstehen, die wir doch letztlich an der Spitze der Nahrungspyramide stehen oder – je nachdem, welches Modell man verwendet – im Zentrum des Nahrungsnetzes?

Klimakrise und Biodiversitätskrise haben nicht unmittelbar miteinander zu tun, beide erfordern aber mittlerweile sofortiges konsequentes Handeln, weil wir als Gesellschaft jahrzehntelang Wahrheiten verdrängt haben und viel zu lang untätig gewesen sind.

Hier ist zum einen die Politik gefragt, damit global dringend benötigte Regelungen getroffen werden, die den Ausstoß klimaschädlicher Gase drastisch reduzieren. Zum anderen ist aber auch jede*r Einzelne in eigener Verantwortung gefordert, Politik zum Handeln zu zwingen – die Macht dazu haben wir als Wähler*innen! – und sich in ihrem/seinem privaten und beruflichen Umfeld so zu verhalten, dass der eigene ökologische Fußabdruck so klein wie möglich ausfällt. Und wer nicht weiß, wie das zu bewerkstelligen ist, kann sich selbst diese paar Fragen stellen:

  • Muss ich für den Weg zur Bäckerei/zum Kiosk/zum Hofladen/zum Fitnessstudio (der Möglichkeiten sind hier viele) das Auto nehmen oder kann ich das per Fahrrad oder zu Fuß erledigen? Die Antwort auf diese Frage betrifft übrigens auch durchaus persönlich-gesundheitliche Aspekte.
  • Muss ich für meine Reise das Flugzeug nehmen oder sind auch Bahn und Bus möglich?
  • Muss ich elektrisches Licht auch in Räumen/Bereichen einschalten, die ich gar nicht nutze? Ich kann mir auch einmal im Jahr die Frage stellen, ob ich nicht auch mit ein bisschen weniger buntem Lichterzauber meiner Weihnachtsstimmung auf die Sprünge helfen kann. Oder ob ich Haus und Vorgarten nachts unbedingt umfassend illuminieren muss. Hierzu sei angemerkt, dass auch LED-Leuchtmittel Strom verbrauchen.
  • Muss ich meine Lebensmittel und Mittel des täglichen Bedarfs alle in Kunststoffverpackungen im Supermarkt kaufen? Ist der Wochenmarkt oder der Unverpackt-Laden meines Vertrauens nicht eine echte Alternative?
  • Muss ich in meinem Garten chemische Pflanzenschutzmittel anwenden?
  • Muss ich meinen Rasen frei von blühenden "Unkräutern" halten?


Diese Liste ließe sich um ein Vielfaches verlängern. Wer einmal anfängt, sich und sein Verhalten diesbezüglich zu hinterfragen, findet jede Menge Möglichkeiten, den ökologischen Fußabdruck zu verringern und das eigene Gewissen zu erleichtern. Vor allem stellt frau/man fest, dass frau/man es selbst in der Hand hat, etwas zum Besseren zu verändern.

Natürlich können die großen Stellschrauben für das globale Klima oder die Biodiversität nur durch gemeinsame Bestrebungen der Erdengemeinschaft bewegt werden. Aber, wie meine Großmutter zu sagen pflegte: "Kleinvieh macht auch Mist." Oder anders ausgedrückt: Jeder kleine Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz beziehungsweise zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität zählt. Hier geht es um persönliche, individuelle Verantwortung.

Zurzeit leben gut acht Milliarden Menschen auf der Erde. Für mich ist es einfach nur logisch, dass es einen nennenswerten Einfluss hat, wenn sich jede einzelne Person in ihrem unmittelbaren Umfeld umweltbewusster verhält.
Vielfach fehlt es vielen dazu lediglich an Information und Aufklärung. Aus diesem Grund möchte Ihre untere Naturschutzbehörde an dieser Stelle künftig regelmäßig kleine Beiträge zu den Themen Ökologie, Lebensgemeinschaften, Biotope und ähnlichem veröffentlichen, die zum Oberbegriff "Naturschutz" gehören und diesen mit Leben erfüllen. Auch der biologische Klimaschutz gehört dazu, da er einen großen Beitrag zum Klimaschutz im Allgemeinen leisten kann.

In diesem Sinne wünsche ich allen alles Gute für das noch neue Jahr 2024, dessen Herausforderungen wir gemeinsam bewältigen können.

Ralf Borchers, Leiter der UNB Segeberg


15.01.2024: Genehmigung für den Kiesabbau (Daldorf)

Bekanntmachung gemäß § 4 Abs. 1 des Landesgesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (LUVPG) i. V. m. § 5 Abs. 2 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG):

Änderung und Verlängerung der naturschutzrechtlichen Kiesabbaugenehmigung der Firma Otto DÖRNER Kies und Deponien GmbH & Co. KG

Die Firma Otto DÖRNER Kies und Deponien GmbH & Co. KG hat bei der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg die Änderung der in der naturschutzrechtlichen Kiesabbaugenehmigung enthaltenen Renaturierungsmaßnahmen und damit einhergehend die Fristverlängerung auf den Flurstücken 39/1, 71 und 72 der Flur 6 in der Gemeinde Daldorf, Gemarkung Alterfrade beantragt.

Der Kiesabbau ist abgeschlossen, die Rekultivierung jedoch nicht. Der gesamte südliche Teil des o. g. Geländes hat sich nahezu vollständig selbst renaturiert. Daher wird vom bisherigen Renaturierungsplan (2014) abgewichen.

Über die beantragte Änderung und Verlängerung der Genehmigung ist nach § 17 Abs. 1 letzter Halbsatz Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) i. V. m. § 11a Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) zu entscheiden.

Für die Entscheidung zuständige Behörde ist die untere Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg.

Nach § 4 Abs. 1 LUVPG i. V. m. § 5 Abs. 1 Satz 1 UVPG stellt die zuständige Behörde auf der Grundlage geeigneter Angaben des Vorhabenträgers sowie eigener Informationen unverzüglich fest, ob nach den §§ 6 bis 14 a UVPG für das Vorhaben eine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Pflicht) besteht.

Gemäß § 4 Abs. 1 LUVPG i. V. m. § 9 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 UVPG besteht für ein Änderungsvorhaben, für das keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt worden ist, die UVP-Pflicht, wenn es einen in der Anlage 1 des UVPG angegebenen Prüfwert für die Vorprüfung erstmals oder erneut erreicht oder überschreitet und eine Vorprüfung ergibt, dass die Änderung erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen hervorrufen kann. Das Vorhaben erreicht mit seiner Größe von ca. 6 ha gemäß § 4 Abs. 1 Satz 2 LUVPG i. V. m. § 9 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 UVPG i. V. m. der Nr. 4.1.2 der Anlage 1 zum LUVPG den dort genannten Prüfwert (Abbaufläche von 1 bis weniger als 25 ha) erneut. Es wurde daher eine standortbezogene Vorprüfung durchgeführt. Nach § 9 Abs. 4 UVPG gilt § 7 UVPG für die Vorprüfung bei Änderungsvorhaben entsprechend.

Die standortbezogene Vorprüfung ist gemäß § 7 Abs. 2 Satz 2 UVPG als überschlägige Prüfung in zwei Stufen durchzuführen.

In der ersten Stufe wurde geprüft, ob besondere örtliche Gegebenheiten gemäß den in Anlage 3 Nummer 2.3 aufgeführten Schutzkriterien vorliegen. Die Prüfung hat ergeben, dass besondere örtliche Gegebenheiten vorliegen. Es liegen Knicks als gesetzlich geschützte Biotope nach § 21 Abs. 1 Nr. 4 LNatSchG vor.

In der zweiten Stufe wurde unter Berücksichtigung der in Anlage 3 aufgeführten Kriterien geprüft, ob das Änderungsvorhaben erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen haben kann, die die besondere Empfindlichkeit oder die Schutzziele des Gebietes betreffen und nach § 25 Absatz 2 UVPG bei der Zulassungsentscheidung zu berücksichtigen wären. Die Prüfung hat ergeben, dass durch die Änderung der Renaturierungsmaßnahmen keine Knickbeeinträchtigungen zu befürchten sind. Zudem besteht kein aktiver Kiesabbau mehr. Daher kann eine Betroffenheit ausgeschlossen werden. Nach Einschätzung der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg bestehen durch das Änderungsvorhaben keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen.

Die Verpflichtung zur Durchführung einer UVP besteht somit nicht.

Diese Feststellung wird hiermit gemäß § 5 Abs. 2 Satz 1 UVPG bekanntgegeben. Sie ist nach § 5 Abs. 3 Satz 1 UVPG nicht selbständig anfechtbar.

Die Unterlagen können auf Antrag nach den Bestimmungen des Informationszugangsgesetzes für das Land Schleswig-Holstein (IZG) bei der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg, Rosenstraße 28a, 23795 Bad Segeberg, zugänglich gemacht werden.

Bad Segeberg, den 15.01.2024

Kreis Segeberg

Der Landrat

untere Naturschutzbehörde

Az. 670015.6120.1701.001

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