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Sozialpsychiatrischer Dienst: Hilfe bei psychischen Problemen, Süchten und Ängsten

Letzte Meldung

Für dringende Fälle außerhalb unserer Erreichbarkeit, also nach Feierabend oder am Wochenende, wenden Sie sich bitte an die Polizei unter 110. Unsere Kontaktdaten finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

29.11.2022: Hilfe für Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen

Kreis Segeberg. Rund 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren in Deutschland sind übergewichtig. Etwa sechs Prozent davon sehr stark. Das sind 1,7 Millionen Betroffene. "Kinder und Jugendliche mit Übergewicht erfahren oft Beleidigungen, Ablehnung, Ausgrenzung und Mobbing", weiß Dr. Sylvia Hakimpour-Zern, Leiterin des Fachdienstes "Sozialpsychiatrie und Gesundheitsförderung" beim Kreis Segeberg. Dies belaste die Psyche zusehends.

Neben Übergewicht gibt es jedoch noch viele weitere Belastungen, die Einfluss auf die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nehmen. Wie erkenne ich belastete Kinder in Schule und Kita? "Die Kinder und Jugendlichen fallen oftmals durch ihr Verhalten auf, sind vielleicht aggressiv, zeigen einen Leistungsknick, entwickeln körperliche Symptome oder ziehen sich auffällig zurück. Was ist nur eine Verhaltensauffälligkeit und wann beginnen eine Verhaltensstörung und eine behandlungsbedürftige Erkrankung?", fragt Hakimpour-Zern. Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab es beim 15. Segeberger Workshop für Kinder und Jugendgesundheit.

Landrat Jan Peter Schröder begrüßte in der Jugend-Akademie in Bad Segeberg über 90 Teilnehmer*innen, die sich beruflich und ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche engagieren. Dazu gehörten Lehrer*innen, Erzieher*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Jugendhilfeträger*innen, Mitarbeiter*innen aus dem Jugend- sowie Gesundheitsamt, aber auch Kommunalpolitiker*innen. "Die vergangenen Jahre unter Corona haben uns allen noch einmal mehr gezeigt, welchen Stellenwert und Einfluss die psychische Gesundheit auch auf unser körperliches Wohlbefinden, unsere Lebensrealität und Lebensqualität hat", so der Landrat.

Referent Dr. Martin Oldenburg von der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein sprach zum Thema "Übergewicht und Fehlernährung, ein verstärktes Problem unter Corona: Wie bekommen wir unsere Kinder wieder in Bewegung und in eine gesunde Ernährung?". Laut Oldenburg hatten die Corona-Einschränkungen erhebliche Auswirkungen auf das Bewegungs- und Ernährungsverhalten sowie die Freizeitgestaltung von Kindern. In der Folge sei nun eine erhebliche Zunahme von Übergewicht und Adipositas zu beobachten. Er appellierte, das Problem "Übergewicht" nicht nur individuell, sondern gesellschaftspolitisch zu sehen. Es müsse "in der Lebenswelt der Kinder angegangen werden". Das heißt zum einen: Gesundes Essen in der Tagesverpflegung durch Schule und Kita und mehr Bewegung auch in den Schulalltag bringen, zum Beispiel auf dem Pausenhof. Mindestens genauso wichtig sei es aber, Kinder und Jugendliche in ihrem Selbstbewusstsein und in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken. Erhebungen zeigten, dass dies einen positiven Langzeiteffekt auf das Gewicht von Kindern habe.

"Verhaltensnorm – Verhaltensauffälligkeit – Verhaltensstörung" war das Thema von Privat-Dozentin und Diplom-Psychologin Dr. Simone Goebel, psychologische Psychotherapeutin und klinische Neuropsychologin aus Kiel. Ihrer Ansicht nach zeige jedes Kind und jede*r Jugendliche ab und zu psychische Auffälligkeiten – entsprechend einem Entwicklungsstand und/oder anlassbezogen. Zudem unterlägen Verhaltensnormen immer auch kulturellen und gesellschaftlichen Schwankungen, die berücksichtigt werden müssten.

Störungen des Sozialverhaltens oder depressive Reaktionen seien dabei Lösungsversuche der Kinder und Jugendlichen, mit ihrer Not umzugehen. Diese, unter den aktuellen Umständen, "besten Strategien" würden langfristig jedoch mehr schaden, als dass sie nützen. Zu den bedeutendsten Schutzfaktoren gehören laut Goebel starke und konstante sozialen Bindungen und Beziehungen, beispielsweise auch durch stetige Anwesenheit und Zugewandtheit von Lehrer*innen/Schulsozialarbeiter*innen. Mobbing sei wiederum der stärkste Risikofaktor in der Schule. Für alle Bildungs- und Lernvorgänge sei es daher eine grundlegende Voraussetzung, dass sich Kinder und Jugendliche bindungs- und emotional sicher fühlten.

Einen weiteren Input gaben die Kinder- und Jugendpsychiaterinnen Dr. Silke Streitpferd und Dr. Jana Efken aus der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Norderstedt.

In sich anschließenden Foren hatten die Teilnehmer*innen Gelegenheit, sich auszutauschen und das Gehörte zu vertiefen. "Am Ende der Veranstaltung gingen alle zufrieden in ihre Arbeitswelt zurück. Sie waren dankbar für das neu vermittelte Wissen und den interdisziplinären Austausch", fasst Hakimpour-Zern zusammen.

25.11.2022: Aktionswoche gegen häusliche Gewalt

Kreis Segeberg. Alle 45 Minuten wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner gefährlich körperlich verletzt. Jeden dritten Tag tötet ein Mann seine (Ex-)Partnerin. Insgesamt ist in Deutschland jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Das sind mehr als zehn Millionen Frauen. Allein im Kreis Segeberg wurden der Polizei im Jahr 2021 insgesamt 375 Fälle häuslicher Gewalt bekannt. Die Fachleute der Hilfestellen gehen aber von einer weitaus größeren Anzahl aus, weil nicht alle Betroffenen zur Polizei gehen, sich an anderer Stelle Hilfe holen und es eine hohe Dunkelziffer in diesem sensiblen Bereich gibt.

Gemeinsam mit dem Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks wollen die Gleichstellungsbeauftragten von Behörden, die lokalen Bündnisse "Gewalt gegen Frauen" sowie "KIK – Netzwerk häuslicher Gewalt" vom 21. bis zum 26. November im Rahmen der Aktionswoche gegen häusliche Gewalt erneut auf das Thema aufmerksam machen. Schirmherrin ist Aminata Touré, Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein.

Am 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen – ein jährlicher Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen. "Frauenrechte sind Menschenrechte!", sagt die Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Höppner. Sie betont: "Um geschlechtsspezifischer Gewalt ein Ende zu setzen, müssen alle Menschen die Formen der Gewalt und deren Grundlagen kennen und sich entschieden dagegen einsetzen. Häusliche Gewalt ist kein reines Frauenproblem, sondern ein gesamtgesellschaftliches." Die Gleichstellungsbeauftragte verweist darauf, dass häusliche Gewalt in allen gesellschaftlichen Gruppen vorkommt und Menschen aller Nationalitäten betrifft. "Wenn wir nicht genau hinschauen, bleiben die Betroffenen mit ihrem Leid allein."

Im Kreis Segeberg beteiligt sich unter anderem das Berufsbildungszentrum (BBZ) in Bad Segeberg an der Anti-Gewalt-Woche. Die Auszubildenden des Bäckereihandwerks (Bäcker*innen und Fachverkäufer*innen) wollen am 23. November Selbstgebackenes an Schüler*innen und Lehrer*innen verkaufen. Das Besondere daran werden Papiertüten mit dem Aufdruck "Gewalt kommt nicht in die Tüte!" und der Telefonnummer des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" sein. Im Vorfeld der Verkaufsaktion hatte Dagmar Höppner die Schüler*innen im Unterricht über das Thema häusliche Gewalt informiert.

Bundesweit bekannt ist inzwischen die Fahnenaktion von Terre des Femmes (französisch für "Erde der Frauen"). Am 25. November 2001 ließ die Frauenrechtsorganisation zum ersten Mal die Fahnen wehen, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Seither wird die Aktion von zahlreichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, Parteien, Behörden, Verbänden und Ministerien aufgegriffen und weitergetragen. Auch am Hauptgebäude der Segeberger Kreisverwaltung in Bad Segeberg wird die Flagge gehisst werden.

Die Aktion trägt in diesem Jahr den Slogan "#TrautesHeimLeidAllein – gemeinsam gegen häusliche Gewalt". "Wir wollen das Schweigen brechen und ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen", sagt Tanja Brodzinski von der Gleichstellungsstelle des Kreises. Nur so könnten weitere Gewalttaten verhindert werden. Gewalt geschehe oft in direkter Nachbarschaft oder im Bekannten- und Kolleg*innenkreis und werde häufig hinter einer Heile-Welt-Fassade versteckt. "Aus Scham und Angst", weiß Brodzinski.

Der Gedenktag geht zurück auf den Tod der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik von Mitgliedern des militärischen Geheimdienstes gefoltert, vergewaltigt und ermordet worden sind. Sie waren im Untergrund tätig und beteiligten sich an Aktivitäten gegen den Diktator Trujillo. Lateinamerikanische und karibische Frauen haben deshalb im Jahr 1981 den 25. November als internationalen Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen ausgerufen. 1999 übernahmen die Vereinten Nationen offiziell den Protesttag.

Von der Bäcker-Innung Nord – Segeberg sind die folgenden Bäckereien aus dem Kreis Segeberg bei der Brötchentüten-Aktion dabei:

  • Michely Ihr Bäcker GmbH & Co. KG in Stuvenborn,
  • Bäckerei/Konditorei Tackmann in Boostedt,
  • Stadtbäckerei Wagner GmbH & Co. KG in Kaltenkirchen,
  • Bäckerei Hans-Jochen Wagner in Henstedt-Ulzburg,
  • Bäckerei/Konditorei Matthiessen in Kayhude und
  • Ihr Bäcker Gräper in Bad Segeberg.

Wer Hilfe benötigt, kann sich an folgende Stellen wenden:

Dagmar Höppner

Gleichstellungsbeauftragte
Fachdienstleitung

Jaguarring 8
23795 Bad Segeberg

Tanja Brodzinski

Gleichstellungsstelle

Hamburger Straße 30
23795 Bad Segeberg

29.09.2022: Am 10. Oktober ist Tag der seelischen Gesundheit

Kreis Segeberg. Ob Depression, Ängste, Demenz oder Sucht: In der Öffentlichkeit ist das Thema "psychische Erkrankung" oftmals immer noch ein Tabu. Der internationale Tag der seelischen Gesundheit will darauf aufmerksam machen, dass neben der körperlichen Gesundheit auch das seelische Wohlergehen wichtig ist. "Das Thema geht uns alle an – ob als betroffene Person oder als Angehörige*r, denn: Laut Statistik wird fast jeder zweite Mensch im Laufe seines Lebens an einer psychischen Erkrankung leiden", weiß Kreis-Gesundheitsplanerin Juliane Kokot. Der Aktionstag findet jedes Jahr am 10. Oktober statt. Die World Federation for Mental Health hat den Tag vor 30 Jahren mit Hilfe der WHO (World Health Organisation) ins Leben gerufen.

Passend zum Aktionstag gestaltet das "Aktionsbündnis seelische Gesundheit" bundesweit eine Woche unter dem Motto "Reden hebt die Stimmung – Seelisch gesund in unserer Gesellschaft". Auf der Internetseite des Bündnisses sind über 400 Präsenz- und Online-Veranstaltungen aufgeführt, die zwischen dem 10. und 20. Oktober stattfinden. Ziel ist es, insbesondere das Verständnis füreinander zu stärken.

"Manche Menschen werden schwer krank und brauchen für längere Zeit verschiedene Hilfen. Für Freund*innen und Verwandte ist es oft schwierig, damit umzugehen. Sie benötigen ebenfalls Rat und Unterstützung", sagt Dr. Sylvia Hakimpour-Zern, Leiterin des Fachdienstes Sozialpsychiatrie und Gesundheitsförderung beim Kreis. Organisationen wie das "Aktionsbündnis seelische Gesundheit" seien daher wichtig, um dringend notwendige Aufklärungs- und Antistigmata-Arbeit zu leisten. Denn eine akute seelische Erkrankung sei genauso behandlungsbedürftig wie ein entzündeter Blinddarm, eine chronische seelische Erkrankung genauso wie ein Diabetes.

Auch im Kreis Segeberg gibt es einen Zusammenschluss, der sich für seelische Gesundheit einsetzt: Organisiert vom Fachdienst Sozialpsychiatrie und Gesundheitsförderung vernetzen sich hier Akteure wie das Psychiatrische Zentrum Rickling, die Suchtberatungsstelle (ATS) – Ambulante und Teilstationäre Suchthilfe, der Deutsche Kinderschutzbund, der Jugendhilfeträger IUVO, das Jugendamt sowie die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen im Kreis Segeberg (KIS) mit Betroffenen.

Der Arbeitskreis hat unter anderem gemeinsam einen Hilfe-Wegweiser für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene herausgebracht. Er soll Betroffenen Mut machen, Unterstützungs- und Hilfsangebote wahrzunehmen.

Für Erwachsene steht vom Kreis Segeberg darüber hinaus der Psychosoziale Wegweiser Kreis Segeberg zur Verfügung. 

Die Kontakt- und Informationsstelle KIS bietet diverse Selbsthilfeangebote an.

Auch die IUVO und der Kinderschutzbund bieten Unterstützungsmöglichkeiten an.

Die ATS bietet als Suchthilfeträger verschiedene Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. So findet dort beispielsweise am ersten und dritten Montag eines Monats von 14.30 bis 15.30 Uhr ein Gruppenangebot für alle erwachsenen Angehörigen von Menschen mit Suchtproblematik statt (Gartenstraße 17 in Bad Segeberg). Die Angehörigen lernen Bewältigungs- beziehungsweise Entlastungsstrategien. Zudem gibt es jeden Dienstagnachmittag von 16 bis 18 Uhr im Haus des Suchthilfezentrums (ebenfalls Gartenstraße 17 in Bad Segeberg) eine Jugendsprechstunde. Anmeldungen erfolgen telefonisch unter 04551 84358. 

Betroffene können sich jederzeit an die ATS oder aber auch an andere Suchthilfeträger wie die Therapiehilfe oder das Sozialwerk Norderstedt wenden.

Der Fachdienst Sozialpsychiatrie und Gesundheitsförderung setzt sich selbst ebenfalls intensiv dafür ein, psychische Erkrankungen aus der Tabuzone herauszuholen. Projekte wie "Heldenherzen"" an Grundschulen und das Programm "Verrückt? Na und!" an weiterführenden Schulen haben das Ziel, Kinder und Jugendliche zu stärken und dabei gleichzeitig die Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen voranzubringen. Schulen, die sich für das Programm "Verrückt? Na und!" interessieren, können sich an die Koordinatorin Kathrin Geyer unter kathrin.geyer@segeberg.de wenden.

"Niemand muss in der heutigen Zeit mit seinen gesundheitlichen sowie psychischen Beschwerden, Ängsten oder negativen Gefühlen alleine sein", sagt Juliane Kokot, die dazu aufruft, die Hilfsangebote zu nutzen, "um der Seele einen Platz zum Atmen zu geben".

Mehr

Ukraine-Krieg: Hilfe bei hoher psychischer Belastung!

Erst die Corona-Pandemie und jetzt der Krieg in der Ukraine – Menschen erleben eine andauernde hohe psychische Belastung.

Wichtig ist es, darüber zu sprechen. Das kann helfen und schwerwiegende gesundheitliche Folgen verhindern.

Ein bewährtes, kostenloses und anonymes Gesprächsangebot rund um die Uhr bietet die Telefonseelsorge unter den Nummen 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

Telefonseelsorge kontaktieren

Sollten Sie selbst oder eine Ihnen nahestehende Person im Kreis Segeberg bereits psychisch stark beeinträchtigt oder sogar psychisch erkrankt sein, dann können Sie sich für eine kostenlose Beratung auch direkt an den Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises Segeberg wenden.


Infomaterial

  • Datum: 19.07.2022

    Ukraine: Beratung und Hilfe bei seelischer Belastung

    Umfassende Informationen zum Thema "Beratung und Hilfe für Vertriebene und Geflüchtete bei seelischer Belastung".

  • Datum: 19.07.2022

    Ukraine: Beratung und Hilfe bei seelischer Belastung (UKRAINISCH)

  • Datum: 19.07.2022

    Ukraine: Beratung und Hilfe bei seelischer Belastung (RUSSISCH)


Links

Informationen zum Thema seelische Belastung auf ukrainisch und russisch

Überblick

Fast jeder zweite Mensch wird in seinem Leben irgendwann krank wegen einer Sucht oder einer anderen psychischen Störung.

Manche Menschen werden schwer krank und brauchen für längere Zeit verschiedene Hilfen. Der Freundeskreis und Verwandte finden es oft schwierig, damit umzugehen und brauchen auch Rat und Hilfe.

Wir haben einen Wegweiser erstellt. Darin sind viele verschiedene Hilfen zu finden.

  • Datum: 24.02.2022

    Psychosozialer Wegweiser Kreis Segeberg 2019

  • Datum: 09.06.2022

    Hilfe-Wegweiser (Flyer)

Beratung und Hilfen

Wer wir sind

Der Sozialpsychiatrische Dienst ist eine Beratungsstelle.

Wir beraten volljährige Menschen aus dem Kreis Segeberg.

Hier arbeiten Ärztinnen und Ärzte, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie Verwaltungskräfte.

Wir unterstützen

  • Menschen in belastenden und krisenhaften Situationen,
  • Menschen mit psychischen Erkrankungen,
  • suchtkranke und suchtgefährdete Menschen sowie
  • Angehörige und Mitbetroffene.

Wir bieten an

  • individuelle Beratung,
  • bei Bedarf Hausbesuche in vertrauter Umgebung,
  • Hilfe bei einer frühzeitigen Erkennung von psychischen Erkrankungen und deren Behandlung,
  • Vermittlung geeigneter Hilfs-und Leistungsangebote,
  • bei Bedarf Kontaktaufnahme gemeinsam mit Ihnen zu Ärztinnen und Ärzten, Kliniken und Beratungsstellen sowie
  • Krisenintervention.

Unser Angebot ist kostenfrei und vertraulich.


Informationsmaterial

Krise und Unterbringung

Der psychiatrische Notfall

In einer psychischen Krise fühlen sich Betroffene und Angehörige häufig allein gelassen. Unterstützung und Hilfe wird benötigt, um Menschen in einer solchen Situation gut begleiten zu können.

Eine psychische Krise liegt beispielsweise vor

  • bei starker Angst und Panik,
  • bei starker Erregung und Verwirrtheit,
  • bei akuten Wahn-Vorstellungen,
  • bei tiefer Verzweiflung und Resignation,
  • bei Selbsttötungsabsichten,
  • bei Selbst-Gefährdung oder Fremd-Gefährdung im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung sowie
  • bei akutem, sehr starken Alkoholkonsum oder Drogenmissbrauch.

Bei Eigen-Gefährdung und Fremd-Gefährdung

Grundsätzlich ist bei jeder akuten Eigen-Gefährdung oder Fremd-Gefährdung die Polizei zu alarmieren:

Telefon 110

Zeigt sich im Rahmen des Einsatzes, dass die Gefahr im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung steht, kann der Sozialpsychiatri­sche Dienst des hinzugezo­gen werden.

Nach dem Gesetz zur Hilfe und Unterbringung von Menschen mit Hilfebedarf infolge psychischer Störungen (PsychHG) können psychisch kranke Menschen gegen oder ohne ihren natürlichen Willen in einem geeigneten Krankenhaus untergebracht werden, wenn und solange sie infolge ihrer Krankheit ihr Leben, ihre Gesundheit oder bedeutende Rechtsgüter anderer er­heblich gefährden und die Gefahr nicht anders abgewendet werden kann.

Das zuständige Krankenhaus im Kreis Segeberg ist das Psychiatrische Krankenhaus Rickling.

Antragstellung und Durchführung der vorläufigen Unterbringung ist Aufgabe des Sozialpsychiatrischen Dienstes. Bei Kindern und Jugendlichen wenden Sie sich an das Jugendamt des Kreises Segeberg oder der Stadt Norderstedt.


Informationsmaterial

  • Datum: 26.10.2021

    Leitfaden für den psychiatrischen Notfall

Fachaufsicht

Damit eine öffentlich-rechtliche Aufgabe in die Hände privat-rechtlichen Klinik gegeben werden darf, muss diese Klinik beliehen werden. Die Prüfung der Recht- und Zweckmäßigkeit des Handelns der Klinik, in denen Unterbringungen erfolgen, obliegt hierbei den Kreisen und kreisfreien Städten.

Zur Ausübung der Fachaufsicht haben die Kommunalen Landesverbände und das Gesundheitsministerium ein gemeinsames Konzept zur Ausübung der Fachaufsicht entwickelt.


Informationsmaterial

  • Datum: 27.06.2022

    Konzept zur Fachaufsicht über die Durchführung von Unterbringungen psychisch kranker Menschen nach PsychHG

    © Land SH


Beschwerde-Möglichkeiten

Eine psychische Erkrankung bedeutet in erster Linie für die Betroffenen, aber auch für ihre Angehörigen, eine große Herausforderung. Um so wichtiger ist es, Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung und deren Angehörigen in der Wahrnehmung ihrer Rechte zu unterstützen.

Anliegenvertretung nach Paragraph 26 PsychKG

Paragraph 26 PsychHG schreibt die Bildung einer Anliegenvertretung in jedem Kreis und kreisfreien Stadt vor, die sich um die Belange der in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebrachten Menschen kümmert. Zur Anliegenvertretung zählt sowohl die Besuchskommission als auch eine Patientenfürsprecher*in inklusive einer entsprechenden Vertretungsperson.

Besuchskommission

Bei der Besuchskommission handelt es sich um ein Gremium, das dazu dient, in dem besonders grundrechtssensiblen Bereich der freiheitsentziehenden Unterbringung Transparenz herzustellen, Problemfelder zu identifizieren und im Einzelfall sowie auch allgemein dazu beitragen, eine patientinnen- und patientenorientierte und menschenrechtskonforme psychiatrische Versorgung zu gewährleisten. Die Besuchskommission hat ebenso die Aufgabe, Beschwerden zu bearbeiten.

Menschen, die nach PsychHG untergebracht sind, haben das Recht, sich telefonisch oder schriftlich mit der Besuchskommission in Verbindung zu setzen.
Die Besuchskommission soll das Krankenhaus mindestens zweimal jährlich besuchen.

Patientenfürsprecher*in

Die Patientenfürsprecher*innen sind unparteiische Vermittler*innen zwischen Patient*innen, Angehörigen und Krankenhaus. Sie sind allein dem Interesse der Patient*innen verpflichtet.

Im Psychiatrischen Krankenhaus Rickling gibt es auf den geschlossenen Stationen entsprechende Aushänge mit den Kontaktdaten.

Unabhängige psychosoziale Beschwerdestelle

Die psychosoziale Beschwerdestelle im Kreis Segeberg ist eine feste unabhängige Gruppe. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und unabhängig von Organisationen und Trägern. An die Beschwerdestelle können sich Menschen wenden, die Schwierigkeiten haben mit einer Einrichtung aus dem psycho-sozialen oder psychiatrischen Bereich. Die Anliegen und Beschwerden werden gemeinsam mit den Betroffenen und Beteiligten bearbeitet. Diese Unterstützung ist kostenlos.


Weitere Informationen

Arbeitskreise

Arbeitskreis Gemeindenahe Psychiatrie

Seit 1989 gibt es den Arbeitskreis Gemeindenahe Psychiatrie. Hauptaufgabe ist die Koordination der Hilfsangebote für psychisch kranke Menschen im Kreis Segeberg. Auf diese Weise soll eine bedarfsgerechte Versorgung sichergestellt und regionale Versorgungslücken oder Aufgabenüberschneidungen im Bereich der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen vermieden werden (gemäß Paragraph 3 PsychHG). Die oberste Landesgesundheitsbehörde erlässt eine Empfehlung zur Zusammensetzung des Arbeitskreises. Je nach Erfordernis kann der Kreis der Beteiligten erweitert werden. Der Arbeitskreis gibt Empfehlungen an die Politik, die Verwaltung und die Leistungserbringer. Er macht Vorschläge zur Planung und Weiterentwicklung notwendiger Hilfen.

2012 wurde ein erster Jahresbericht zur regionalen Psychiatrieplanung veröffentlicht. Dieser wird seitdem jährlich fortgeschrieben. Außerdem ist 2003 der erste Psychosoziale Wegweiser erschienen.
Die Geschäftsführung liegt beim Sozialpsychiatrischen Dienst.

Ansprechpartnerin

Frau Andrea Köhne
Tel.: +49 4551-951 9291
E-Mail schreiben

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Gemeindepsychiatrischen Verbund (GPV)

2002 haben sich Einrichtungen, Personen und Verbände, die an der psychiatrischen Versorgung im Kreis Segeberg beteiligt sind, zu einem Gemeindepsychiatrischen Verbund zusammengeschlossen.

Die Mitglieder haben sich verpflichtet, die Versorgung aller betroffenen Menschen mit psychischer Erkrankung oder Behinderung zu gewährleisten.
Hauptaufgaben des Gemeindepsychiatrischen Verbundes sind die Vernetzung und die Kooperation der Einrichtungen und Kostenträger.

Ansprechpartner

1. Vorstandsvorsitzender Herr Markus Straube
Tel.: +49 4328-18 884
E-Mail schreiben

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Psychiatrieplanung

2012 wurde ein erster Jahresbericht zur regionalen Psychiatrieplanung veröffentlicht. Dieser wird seitdem jährlich fortgeschrieben.

Die Jahresberichte zum Psychiatrieplan dienen der Information über die psychiatrische Versorgung im Kreis Segeberg.

Sie geben auch einen Überblick über Veränderungen in der Gesetzgebung. Und sie beziehen Stellung zu notwendigen Veränderungen sowohl im Umgang mit den betroffenen Menschen als auch in der Ausrichtung von Hilfen.


Informationsmaterial

Wichtige Dokumente und Informationen