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Feuerwehr, Rettungsdienst, Zivil- und Katastrophenschutz

Letzte Meldung

15.08.2022: Waldbrandübung erfolgreich beendet

Pressemitteilung des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg

Eineinhalb Jahre nach den ersten Gesprächen und rund fünf Monate der Vorbereitung, Planung und Videokonferenzen fand am vergangenen Samstag (13.08.2022) in der Försterei Heidmühlen die Waldbrandübung 2022 statt.

Es sollte mit 900 Einsatzkräften, 34 Feuerwehren, drei Brandschutzbereitschaften sowie Teileinheiten vom Technischen-Hilfswerk und dem Deutschen-Roten-Kreuz die größte Einsatzübung in der Geschichte des Kreises Segeberg sein. Ausgearbeitet von Mitgliedern aus dem Kreisfeuerwehrverband Segeberg mit Unterstützung der Unteren Katastrophenschutzbehörde des Kreises Segeberg und den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten sowie zahlreichen Helfer*innen aus umliegenden und beteiligten Hilfsorganisationen sowie der Bundeswehr.

Die angenommene Lage stellte sich so dar, dass aufgrund von vier Wochen anhaltender Trockenheit mit sommerlichen Temperaturen, es im Land Schleswig-Holstein bereits zu zahlreichen Wald- und Flächenbränden kam. Nachdem durch den Landrat bereits seit mehreren Tagen ein Beratungstab im Einsatz ist, empfahl der Kreisbrandmeister Jörg Nero zur Sicherstellung einer schnell agierenden Führungskomponente die TEL (Technische Einsatzleitung), zur durchgehenden Überwachung der Kreisgebiete Segeberg, Stormarn, und Herzogtum Lauenburg den FFD Holstein (Feuerwehrflugdienst) und einen ständigen ELD (Einsatzleitdienst) aus der Runde der Einsatzleiter "SeFo" Konzept am Standort FGH Hartenholm und am Flugplatz Neumünster einzurichten. Der Landrat folgt per 13.08.22 07:00 Uhr der Empfehlung und unterstützt die Einheiten durch Einbindung der UKB (Untere Katastrophenschutzbehörde) und einer Einbindung des FüStabes (Führungsstab Katastrophenschutz).

Bereits am Freitagnachmittag gegen 15 Uhr begann bei sommerlichen Temperaturen um die 30°C der Übungsaufbau im Waldgebiet Heidmühlen. Szenarien wurden vorbereitet und letzte Punkte besprochen.

Um 16 Uhr schrillten bei den ersten Wehrführern bereits die digitalen Meldeempfänger mit dem Alarmtext: "Sicherstellung der Bereitstellungsräume in Latendorf, Hasenmoor und Großenaspe".

Am Samstag war es dann endlich so weit, Übungstag! Bereits ab 05:30 Uhr und bei Temperaturen um die 20°C wurde am Feuerwehrgerätehaus in Hartenholm mit dem Aufbau begonnen. Hierbei handelte es sich aber nicht nur um Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Hartenholm, sowie der Übungsleitung. Auch die Kräfte der Regieeinheit des Deutschen-Roten-Kreuz aus Neumünster sowie aus Ortsvereinen aus dem Kreis Segeberg, welche die Verpflegung übernahmen, begannen bereits mit ihren Vorbereitungen. Unterstützung bekamen sie dabei von der Logistikeinheit der Johanniter-Unfall-Hilfeaus dem Katastrophenschutz Schleswig-Flensburg.

Nachdem die Übungsleitung ihren Betrieb vollständig aufgenommen hatte und die Kamerad*innen der Jugendfeuerwehr in den Wald gefahren wurde, konnte es losgehen.

Um kurz nach acht Uhr meldete die Übungsleitung der Kooperativen Regionalleitstelle West eine starke Rauchentwicklung in der Försterei Heidmühlen bei Jagen 222. Ein Jagen in der Forstwirtschaft bezeichnet eine forstliche Flächeneinheit, die zur Planung und Kontrolle der waldbaulichen Tätigkeiten sowie zur Orientierung dient. Die Größe beträgt in der Regel 10 bis 30 Hektar. Üblicherweise dienen als Begrenzung der Abteilungen Wege, Schneisen, Gräben oder Höhenrücken. Die Eckpunkte der Abteilungen werden in größeren Forstbetrieben häufig durch weiße Abteilungssteine markiert.

Um 9:30 Uhr begrüßte Kreisbrandmeister Jörg Nero die 80 geladenen Gäste im Feuerwehrgerätehaus. Nach einer kurzen Einweisung und Vorstellung der angenommenen Lage, ging es mit mehreren Transportfahrzeugen raus in das Übungsgebiet. Hier konnten sich die Gäste an fünf Stationen selbst einen Überblick über das Szenario machen und Gespräche mit den Einsatzkräften führen. Einige Gäste nutzen aber auch die Chance, selbst einmal Hand anzulegen, um das Feuer zu löschen oder die Feuerpatsche einzusetzen. Abschließend konnten die Gäste in der Technischen-Einsatzleitung sowie der Übungsleitung einen Blick hinter die Kulissen wagen.

Während eines Rundfluges durch den Feuerwehrflugdienst Holstein konnten sich Staatssekretär Herr Sibbel und Herr Schwarz (Minister für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz SH) Landrat Jan Peter Schröder und Oberst Schneider zusammen mit Kreisbrandmeister Jörg Nero aus der Luft einen Überblick über die Lage machen.

Nachdem aus allen Einsatzabschnitten "Feuer aus" gemeldet werden konnte, wurde gegen 13 Uhr die Übung beendet und die Einsatzkräfte begannen mit dem Abbau.

Zurück an der Feuerwache in Hartenholm gab es für alle eingesetzten Kräfte und die Gäste ein gemeinsames Mittagessen.

In einer Abschlussbesprechung für die Gäste und die Vertreter*innen der Presse wurde nochmal auf die einzelnen Einsatzabschnitte eingegangen und dieses mit Bildmaterial aus der Übung erklärt.

Durch zahlreiche Beobachter*innen aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr, der Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein, dem Innenministerium, dem Fachdienst des Kreises Segeberg sowie der Bundeswehr wurde die Übung begleitet und "Punkte zur Verbesserung" für die Nachbesprechung Anfang September aufgenommen. Durch die Bundeswehr wurden Möglichkeiten und Ideen der weiteren zivilmilitärischen Zusammenarbeit gefunden.

Kreisbrandmeister Jörg Nero betonte nach der Übung: "Es ist in weiten Teilen so abgelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir werden uns sicherlich noch einmal das Wasser- und Funknetz mit den Zuständigen anschauen und schnellstmöglich nach Lösungen suchen."

"Wir müssen für den Ernstfall vorbereitet sein. Angesichts der zahlreichen Waldbrände, die es mittlerweile jährlich weltweit – und zurzeit ja auch in Deutschland – gibt, ist eine derartige Übung zwingend erforderlich. Nur so können wir sicher sein, dass unsere Einheiten die Abläufe verinnerlichen können", erklärte Innenstaatssekretär Jörg Sibbel in Hartenholm.

"Als waldarmes Land muss Schleswig-Holstein besonders fürsorglich mit seinen Wäldern umgehen. Gerade der Klimawandel stellt die Waldwirtschaft zunehmend vor Herausforderungen“, sagt Landwirtschafts- und Forstminister Werner Schwarz. Umso wichtiger sei es, den Krisenfall gemeinsam zu proben. "Ich möchte daher allen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihr Engagement bei der heutigen Übung danken", so Schwarz.

Ein großes Dankeschön geht an alle Kamerad*innen und die Fachbereiche im Kreisfeuerwehrverband Segeberg, die Untere Katastrophenschutzbehörde des Kreises Segeberg, die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten sowie allen Kamerad*innen und Helfer*innen der teilnehmenden Brandschutzbereitschaften, dem Deutschen-Roten-Kreuz und der Johanniter-Unfall-Hilfe, dem Technischen-Hilfswerk sowie der Bundeswehr. Eure Teilnahme machte diese Übung überhaupt erst möglich. Vielen Dank für Euer bereits eingereichtes Feedback, dieses nehmen wir sehr gerne in der Nachbesprechung mit auf.

Fotos und weitere Infos

24.03.2022: Osterfeuer: Diese Bedingungen müssen erfüllt sein

Kreis Segeberg. Ostern steht vor der Tür, weswegen die Abfallbehörde, die untere Naturschutzbehörde und die Kooperative Regionalleitstelle West darauf hinweisen, unter welchen Bedingungen Osterfeuer durchgeführt werden können.

Um ein Osterfeuer handelt es sich nur, wenn es

  • am Osterwochenende stattfindet und
  • es einen gesellschaftlichen Rahmen hat.

Brauchtumsfeuer, zu denen Osterfeuer gehören, fallen nicht unter die Pflanzenabfallverordnung, die sogenannte Landesverordnung über die Entsorgung von pflanzlichen Abfällen außerhalb von Abfallentsorgungsanlagen. Für sie gelten daher die örtlichen Regelungen der Kommunen. Allerdings dürfen Osterfeuer nicht dazu genutzt werden, Pflanzenmaterial aller Art oder andere Abfälle zu verbrennen. Verboten sind beispielsweise lackiertes Holz, Pappen und Kartonagen. Vielmehr sollten trockenes Feuerholz sowie trockene Zweige und Äste zum Einsatz kommen.

Überdies sind weitere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, insbesondere zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt sowie von Nachbargebäuden. Innerhalb von Naturschutzgebieten und den Kernzonen von Landschaftsschutzgebieten sind Osterfeuer und die dazugehörenden Veranstaltungen verboten. Nicht erlaubt sind sie zudem in der Nähe von Reetdachhäusern, im Wald, im Moor sowie auf Heideflächen.

Osterfeuer-Haufen sind ein ideales Versteck für Kleintiere wie Käfer, Kröten, Wildbienen, Igel, Wiesel, Vögel und viele andere Artengruppen. Gerade bei frühzeitig aufgeschichteten Osterfeuer-Haufen können sich unter Umständen bereits Vögel zum Nisten eingefunden haben. Damit die Tiere nicht qualvoll verbrennen, muss das Brennmaterial am Tag vor dem Abbrennen noch einmal vorsichtig umgeschichtet werden. Zugleich können dabei ungeeignete Stoffe aussortiert werden.

Vor allem bei gemeindlichen Osterfeuern muss darauf geachtet werden, dass ein Osterfeuer nicht zu groß wird, um es noch kontrollieren zu können. Eventuell sind zwei oder drei kleinere Feuer eine bessere Alternative.

Feuchtes Holz oder ganz frisch geschnittenes Holz sollte nicht verbrannt werden, da es zu starker Rauchentwicklung führt. Diese kann für Menschen und Tiere schädlich sein und unter anderem zu einer Beeinträchtigung der Atemwege führen. Auch ist unbedingt die Windrichtung zu beachten: Das Feuer darf nur so abgebrannt werden, dass Personen oder benachbarte Grundstücke nicht durch Rauch oder Funkenflug gefährdet werden. Bei starkem Wind muss das Feuer sofort gelöscht werden. Es muss zudem stets beaufsichtigt sein und einfache Löschmittel (Sand, Schaufeln, Decken oder Gartenschlauch) sollten für alle Fälle in der Nähe bereitstehen.

Die Kooperative Regionalleitstelle West weist darauf hin, dass der Notruf 112 keine Veranstaltungshotline ist und dass die Leitstelle keine Anmeldungen für Osterfeuer entgegennimmt. In den vergangenen Jahren seien vermehrt telefonische Anfragen zu Osterfeuerveranstaltungen eingegangen. "Viele Anrufer*innen wollten ihre privaten Osterfeuer anmelden. Wir bitten alle, die ein privates Osterfeuer veranstalten wollen, sich vorher bei der örtlichen Ordnungsbehörde zu informieren und nicht die Leitstelle anzurufen", erläutert der Leiter der Kooperativen Regionalleitstelle West, Stephan Bandlow. Wer die 112 anruft, wählt eine Notrufnummer. "Dies kann dazu führen, dass Notrufe von Menschen, die sich wirklich in Not befinden, nur verzögert bearbeitet werden können und dadurch Hilfeleistungen verspätet bereitgestellt werden können", weist Bandlow auf die Gefahren des Missbrauchs der Notrufnummer hin.

Bei allen Veranstaltungen müssen die dann gegebenenfalls noch geltenden Corona-Regelungen beachtet werden.

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Überblick

Wie wichtig und notwendig Feuerwehr, Rettungsdienst sowie der Zivil- und Katastrophenschutz sind, haben zuletzt die Katastrophenfälle im Westen und Süden Deutschlands gezeigt. Aber auch im normalen Alltag sind sie natürlich unverzichtbar: Sie retten Leben und sind Helfer*innen in der Not!

Feuerwehrwesen

Im Bereich Feuerwehrwesen werden die Anträge auf Zuschüsse aus der Feuerschutzsteuer für investive Maßnahmen der Städte, Ämter und Gemeinden bearbeitet.

Zu den Aufgaben gehören ebenfalls die Betreuung des Kreisfeuerwehrverbandes (inklusive Kreisfeuerwehrzentrale) und des ABC-Zuges des Kreises Segeberg, die Beratung und Unterstützung der Gemeinden im Bereich Brandschutz sowie die Wahrnehmung von überörtlichen Aufgaben zur Sicherstellung des abwehrenden Brandschutzes und der technischen Hilfe.

Rettungsdienst

Der Kreis ist Träger des Rettungsdienstes für seinen Bezirk beziehungsweise Rettungsdienstbereich. Der Kreis Segeberg gehört zur Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) der Kreise Dithmarschen, Pinneberg, Rendsburg-Eckernförde und dem Kreis Steinburg.

Zivil- und Katastrophenschutz

Zivil- und Katastrophenschutz bedeutet, die für die Abwehr oder Begrenzung von Katastrophen notwendigen Maßnahmen vorzubereiten sowie Katastrophen und schwere Gefahrenlagen unter Anwendung von Notfallplänen wirksam zu bekämpfen.

Hierzu gehören unter anderem

  • die Überwachung und Sicherstellung der Ausstattung,
  • Unterbringung und Einsatzfähigkeit der Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes,
  • Erstellung von Einsatz- und Alarmplänen,
  • Aufbau und Unterhaltung einer besonderen Führungsorganisation sowie
  • die Planung und Durchführung entsprechender Übungen.

Übergeordnete Aufgaben des Fachdienstes "Feuerwehrwesen, Zivil und Katastrophenschutz, Rettungsdienst" für alle drei Bereiche sind der Aufbau und die Unterhaltung des Funk- und Alarmierungsnetzes, die Zusammenarbeit mit der Rettungsleitstelle sowie die Organisation des allgemeinen Bereitschaftsdienstes der Kreisverwaltung Segeberg.


Alle Warnungen in der NINA Warn-App

Mit der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz Warn-App NINA, können Sie wichtige Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für unterschiedliche Gefahrenlagen wie zum Beispiel Gefahrstoffausbreitung oder einen Großbrand erhalten. Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen der zuständigen Stellen der Bundesländer sind ebenfalls in die Warn-App integriert.

NINA Warn-App bei Google Play
Nina Warn-App im App Store