Kreis Segeberg. Der Kreistag des Kreises Segeberg hat Anfang Oktober 2025 die Kulturpolitischen Leitlinien beschlossen und damit ein klares Zeichen für die Stärkung von Kunst und Kultur in der Region gesetzt. "Die Leitlinien sind ein zentraler Meilenstein der Kulturentwicklungsplanung und markieren einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem ,Kulturkreis Segeberg‘", sagt Kulturentwicklungsplanerin Dr. Christine Künzel.
Grundlage des Beschlusses ist ein mehrjähriger Beteiligungsprozess: In zahlreichen Workshops, Kulturkonferenzen und Veranstaltungen haben Vertreter*innen aus Kunst, Kultur, Politik und Verwaltung gemeinsam die Themen erarbeitet, die für die zukünftige Entwicklung der Kulturszene im Kreisgebiet besonders wichtig sind. Im Mittelpunkt stehen dabei die Achtung und Bewahrung des kulturellen Erbes, die Sichtbarkeit kultureller Vielfalt, die Förderung kultureller Teilhabe sowie die Stärkung der kulturellen Identität im Kreis.
"Mit den Kulturpolitischen Leitlinien geben wir der Kultur im Kreis Segeberg eine klare Richtung und eine verlässliche Grundlage für die kommenden Jahre. Sie zeigen, dass Kultur kein freiwilliger Luxus ist, sondern ein zentraler Bestandteil von Lebensqualität, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit unserer Region", betont Künzel. "Kulturausgaben sind Investitionen in die Menschen, in Kreativität, in Demokratie und in die Attraktivität unseres Kreises."
Erarbeitet wurden die Leitlinien im interfraktionellen Arbeitskreis Kulturentwicklungsplanung. Sie dienen künftig als Basis für kulturpolitische Entscheidungen auf Kreisebene und orientieren sich an den Kulturpolitischen Leitlinien des Landes Schleswig-Holstein (2023) sowie an den gemeinsamen Zielen des Kulturpakts 2030.
In den Kulturpolitischen Leitlinien werden acht zentrale Schwerpunktthemen benannt, denen in Zukunft besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden soll:
- Wahrung und Wertschätzung des kulturellen Erbes
- Vernetzung von Kulturakteur*innen und -institutionen über Sparten hinweg
- Förderung kultureller Teilhabe und kultureller Bildung
- Stärkung und Anerkennung des kulturellen Ehrenamtes
- Entwicklung und Unterstützung der Kreativwirtschaft
- Verbesserung der Erreichbarkeit von Kulturangeboten (Stichwort Mobilität)
- Förderung kultureller Projekte und Institutionen im Kreis
- Stärkung der kulturellen Infrastruktur insgesamt
Die Leitlinien basieren auf der Grundüberzeugung, dass Kultur ein wesentlicher Faktor für die Lebensqualität der Einwohner*innen ist und maßgeblich zur Attraktivität des Kreises beiträgt.
Die Kulturpolitischen Leitlinien sind zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten. Ihre Umsetzung und Wirksamkeit werden durch die Kreisverwaltung dokumentiert. Dem zuständigen Fachausschuss des Kreistages wird jeweils zum Jahresende ein Bericht über den Stand der Umsetzung vorgelegt.
Kreis Segeberg. Der Kreis Segeberg startet den neuen "Aktionsplan Chancengleichheit – Kreis Segeberg für alle gemeinsam gestalten". Ziel ist es, dass alle Menschen im Kreisgebiet besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben können – zum Beispiel in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Freizeit und Mobilität. Niemand soll ausgegrenzt werden oder auf unnötige Hürden stoßen – unabhängig beispielsweise von Geschlecht, Alter, Behinderungen, Herkunft oder sozialem Status.
Im Mittelpunkt steht zunächst eine Online-Umfrage, bei der alle mitmachen können, die im Kreis Segeberg leben oder arbeiten:
- Menschen, die selbst Schwierigkeiten oder Barrieren erleben,
- Menschen, die andere unterstützen (beruflich oder ehrenamtlich),
- alle, die ihre Beobachtungen und Ideen teilen möchten.
Die Umfrage:
- startet jetzt,
- läuft bis zum 1. März 2026 und
- ist anonym.
Ziel der Umfrage ist es, herauszufinden:
- Wo stoßen Menschen im Alltag auf Hindernisse oder Probleme?
- Was fehlt, damit sie besser mitmachen können?
- Welche Ideen gibt es, um Dinge zu verbessern?
Diese Rückmeldungen sind wichtige Informationen für die Entwicklung des Aktionsplans.
"Ein gerechterer und offenerer Kreis Segeberg kann und soll nicht allein durch Politik oder Verwaltung entstehen. Er entsteht, wenn viele Menschen mitdenken, mitreden und mitgestalten", sagt Projektleiterin Gunda Züllich vom Büro für Chancengleichheit und Vielfalt. Zuständig für die integrierte Sozialplanung im Kreis freut sie sich über die enge Zusammenarbeit mit anderen Planungskräften bei diesem Querschnittsthema Teilhabe. "Das ermöglicht es uns, ganzheitliche Lösungen zu entwickeln." Wichtig ist ihr und ihren Mitstreiter*innen, dass der Aktionsplan kein Projekt ist, das "schnell fertig sein soll. Wir haben einen langen Weg vor uns und Veränderungen entstehen Schritt für Schritt". Manches werde gelingen, anderes müsse ausprobiert und verbessert werden. Auch aus Fehlern soll gelernt werden.
Der Kreis Segeberg versteht seine Rolle dabei so:
- Er gibt den Startimpuls,
- organisiert den Prozess,
- bringt Menschen zusammen,
- schafft Räume für Austausch und Zusammenarbeit,
- entwickelt machbare Ideen, die umgesetzt werden können.
Damit sich im Alltag wirklich etwas ändert, braucht es aber viele Beteiligte: Vereine, Initiativen, Einrichtungen, Politik, Verwaltungen und vor allem die Menschen im Kreis selbst. Einige wichtige Akteur*innen sind bereits eingebunden und unterstützen den Prozess. Dazu gehören das Netzwerk der Behindertenbeauftragten und -beiräte, die Senior*innenbeiräte, das Netzwerk Inklusion 4.0, das Projekt "Inklusion vor Ort" und das Forum für Migration und Chancengleichheit.
Neben der Umfrage wird es weitere Möglichkeiten zum Mitmachen geben, zum Beispiel:
- Gespräche und Workshops,
- Treffen mit verschiedenen Gruppen,
- als wichtigsten Baustein eine große Konferenz Ende April.
Die Ergebnisse aus den Beteiligungsformaten werden dann genutzt, um den Aktionsplan zu entwickeln. Der Prozess wird von Kreispolitiker*innen in einem parteiübergreifenden Arbeitskreis begleitet und unterstützt. Gunda Züllich bekräftigt: "Ich erlebe eine große Bereitschaft, hier Verantwortung zu übernehmen, Benachteiligungen abzubauen, Teilhabe zu fördern und die dafür nötigen Prozesse anzustoßen. Zudem bin ich fest davon überzeugt, dass das nicht nur unsere Pflicht vor dem Hintergrund der Menschenrechte ist, sondern auch ein wichtiges Signal, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie zu stärken."
Um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten, ruft der Kreis Segeberg alle Bürger*innen auf: "Machen Sie mit! Sagen Sie uns, was im Alltag schwierig ist und was besser werden sollte. Ihre Erfahrungen und Ideen helfen, den Aktionsplan Chancengleichheit so zu gestalten, dass er wirklich zu den Menschen im Kreis passt."
Es gibt die Möglichkeit, die Umfrage herunterzuladen, auszudrucken und an den Kreis per Post zu senden.
Hier gibt es alle weiteren Informationen