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Hilfe für Menschen mit Behinderung und Beeinträchtigung

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26.11.2021: Ausstellung von Cartoonist Phil Hubbe

Kreis Segeberg. "Mit Behinderungen ist zu rechnen …": So lautet der Titel der Ausstellung des Cartoonisten Phil Hubbe, die vom 4. bis 19. Dezember in der JugendAkademie Segeberg, Marienstraße 31, in Bad Segeberg anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung (3. Dezember) gezeigt wird.

Phil Hubbe, der mit 22 Jahren an Multiple Sklerose erkrankt ist, verarbeitet in seinen Comics den eigenen Umgang mit seiner Behinderung. Mit viel Humor stellt er unter anderem Alltagssituationen dar, immer mit der Intention, das Verständnis zwischen Behinderten und nicht Betroffenen zu verbessern.

Von Freunden und Kolleg*innen ermutigt, seine eigene Multiple-Sklerose-Krankheit zum Thema zu machen, hat Hubbe inzwischen zahlreiche Preise für seine "Behinderten-Cartoons" erhalten. Erstmalig sind die Arbeiten des 55-jährigen Magdeburgers im norddeutschen Raum zu sehen.

Organisator*innen der Ausstellung sind das Büro für Chancengleichheit und Vielfalt des Kreises Segeberg, die Kreis-Beauftragte für Menschen mit Beeinträchtigung Jutta Altenhöner sowie die KulturAkademie Segeberg im Verein für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Segeberg e.V.

Öffnungszeiten: montags bis donnerstags 9 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, freitags 9 bis 14 Uhr, samstags 11 bis 14 Uhr. Es gilt die 2G-Regel.

Weitere Infos zum Künstler finden Sie hier: www.hubbe-cartoons.de/cartoons/

23.09.2021: Unbürokratische Schulbegleitung für Förderschüler*innen

Kreis Segeberg. Antrag ausfüllen, amtsärztliche Untersuchung, Bedarfsfeststellung durch die zuständige Behörde beim Kreis: Ein klassisches sozialrechtliches Verfahren, in dem ermittelt wird, ob einem beeinträchtigten Kind eine Schulbegleitung zusteht, ist bislang für alle Beteiligten aufwändig und teils langwierig gewesen. Seit Beginn des aktuellen Schuljahrs gibt es an den drei Förderzentren im Kreis Segeberg in Norderstedt, Kaltenkirchen und Bad Segeberg jetzt eine neue unbürokratische Pool-Lösung, die die starre Einzelhilfe ablöst und für alle eine Win-win-Situation darstellt – nicht zuletzt für die betroffenen Mädchen und Jungen. Grund für die Neuerung ist eine Öffnungsklausel des SGB IX, die dieses Vorgehen nun ermöglicht.

Schulbegleiter*innen unterstützen Kinder mit körperlicher, geistiger oder seelischer Beeinträchtigung im schulischen Alltag. Bisher mussten Eltern und Kinder den Nachweis erbringen, dass eine Beschulung ohne zusätzliche Begleitung behinderungsbedingt nicht möglich ist. Das ist ab sofort nicht mehr erforderlich. Die Eingliederungshilfe des Kreises Segeberg und die Schulleitungen der drei Förderzentren schauen vor dem Schuljahr gemeinsam auf Klassengrößen, vorhandenes Personal und die Bedarfe aller Schüler*innen. Als Ergebnis des neuen Pool-Konzepts ist so an jeder Schule stets ausreichend Personal vor Ort, sodass die Schüler*innen personell immer gut versorgt sind, auch wenn eine der Schulbegleitungen einmal kurzfristig ausfallen sollte.

Eines der betreuten Kinder ist die achtjährige Assia von der Janusz-Korczak-Schule in Kaltenkirchen. Assia hat eine Stoffwechselstörung und eine Genmutation, die unter anderem zu einer Entwicklungsverzögerung führt. Das Mädchen muss oft Nahrung zu sich nehmen, darf aber keine Fette essen. "Es muss immer jemand da sein, der aufpasst, dass sie regelmäßig isst, aber eben auch nichts Anderes zu sich nimmt als das, was sie dabei hat", sagt Vater Ralf Lindemann.

Bisher gab es im Kreis Segeberg 30 Kinder, die per Antrag eine 1:1-Betreuung durch eine Schulbegleitung an einem der Förderzentren hatten. Dazu gehörte auch Assia. "Aber Fakt ist: Jede*r Schüler*in an einem Förderzentrum hat vielleicht nicht täglich, aber zumindest hin und wieder einen Bedarf an Begleitung", sagt Fachdienstleiter Hauke Heinze von der Eingliederungshilfe für Minderjährige beim Kreis Segeberg. Im Rahmen der Pool-Lösung könne man nun flexibel auf den tagesaktuellen Bedarf reagieren. War vor der Umstellung ein Kind krank, blieb die Schulbegleitung ebenfalls zu Hause. So war es gängige Praxis. Hatte es die Schulbegleitung selbst erwischt, konnte auch das zu betreuende Kind nicht in die Schule – "und das stellte uns als Eltern manchmal vor große Herausforderungen", sagt Ralf Lindemann, der von einer "echten Mehrbelastung" spricht, die sich im Vorfeld natürlich nicht planen ließ. Teilweise habe Assia bis zu einer Woche zuhause betreut werden müssen, weil es in der Schule niemanden gab, der sich dort in Vertretung um sie kümmern konnte. Bei Krankheit eines der zu betreuenden Kinder steht die Schulbegleitung künftig weiterhin für andere Kinder zur Verfügung. Wird die Schulbegleitung selber krank, gibt es automatisch eine Vertretung aus dem Pool.

"Gemeinsam mit den schuleigenen Erzieher*innen und sozialpädagogischen Assistent*innen, BFDlern und FSJlern können die Schulbegleitungen jetzt gezielter eingesetzt werden. Das ist ein sehr moderner und inklusiver Ansatz, weil Kinder nicht erst auffällig werden müssen, bevor sie Unterstützung erhalten. Eine Stigmatisierung der Schüler*innen wird vermieden", sagt Heinze. Darüber hinaus erhofft sich Vater Ralf Lindemann von dem neuen Konzept eine deutliche Erleichterung, was die Vereinbarkeit von Schulalltag, Arbeitsleben, Familie und Betreuung anbelangt.

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Die Behindertenbeauftragten

Zur Wahrnehmung der Interessen der Bürger*innen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen wurde im Kreis Segeberg das Ehrenamt der Behindertenbeauftragten eingeführt.

Dieses Ehrenamt ist eine freiwillige Leistung des Kreises Segeberg.

Auftrag und Ziele

Die Behindertenbeauftragten setzen sich für folgende Punkte ein:

  • Gleichwertige Lebensbedingungen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens,
  • Barrierefreiheit,
  • breite Öffentlichkeit für Themen und Interessen von Menschen mit Behinderung,
  • Informationsveranstaltungen über die Integration von Menschen mit Behinderung.

Die Behindertenbeauftragten...

  • sind Ansprechpartner*innen und Multiplikator*innen für Menschen mit und ohne Behinderung sein,
  • helfen Ratsuchenden und verweisen sie an zuständige Stellen,
  • fördern und stärken die Zusammenarbeit der Behindertenorganisationen,
  • werben in der Öffentlichkeit um Solidarität und arbeiten gezielt auf eine inklusive Gesellschaft hin.

Vorstellung der drei Beauftragten des Kreises Segeberg

Seit dem 1. Oktober 2020 gibt es im Kreis Segeberg neben Jutta Altenhöner zwei weitere Kreis-Behindertenbeauftragte: Uwe Harm aus Daldorf und Dr. Volker Holthaus aus Bad Segeberg. Das Team kümmert sich seither gemeinsam um die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen. Es gibt einen regelmäßigen Austausch, wobei jede*r seine eigenen Schwerpunktthemen hat. Zusammen möchten sie, dass für Menschen mit und ohne Behinderung gleichwertige Lebensbedingungen gelten. Sie möchten sich um die Bedürfnisse dieser Menschen kümmern und sich als Ansprechpartner*in zur Verfügung stellen. Außerdem wirkt das Team mit bei der Gestaltung des "Tags der Vielfalt", welcher von Jutta Altenhöner und Thorsten Luckow vom "Büro für Chancengleichheit und Vielfalt" bereits einmal veranstaltet worden ist.

Jutta Altenhöner ist seit Sommer 2016 Behindertenbeauftragte des Kreises. Zuvor wirkte sie bereits 25 Jahre auf politischer Ebene im Kreis. Für das Ehrenamt hatte sie sich vor rund fünf Jahren beworben, "um Menschen mit Behinderungen beratend zu Seite zu stehen". Dabei macht sie immer wieder öffentlich auf bestimmte Themen aufmerksam; sie berät Menschen und gibt Hilfestellungen. Zu Altenhöners Kernthema gehört die Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen – sei es im Wohnraum, an Arbeitsstätten, in Behörden oder Geschäften.

Uwe Harm ist seit drei Jahren im Ruhestand und arbeitete zuvor als Diplom-Rechtspfleger. Der 68-Jährige hat selbst eine Schwerbehinderung, war 20 Jahre im Amtsgericht unter anderem für das Betreuungsrecht zuständig und hat darüber hinaus bundesweit Seminare zum Thema gegeben und Beiträge in der juristischen Fachliteratur veröffentlicht. Zu seinen Schwerpunkten zählt er die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Eines seiner Ziele ist es, Behördensprache verständlicher zu gestalten.

Nach knapp einem halben Jahr im Amt blickt Harm bereits auf erste kleine Arbeitserfolge: So hat er beispielsweise rechtliche Hinweise zur Impfung unter anderem über die Betreuungsbehörde an alle rechtlichen Betreuer*innen verteilen lassen.

Der Dritte im Bunde ist Dr. Volker Holthaus. Der 71-Jährige hat Zahnmedizin in Kiel studiert. Von 1980 bis 2018 praktizierte er als niedergelassener Zahnarzt in Bad Segeberg. Seine Praxis war Schwerpunktpraxis für die zahnärztliche Behandlung von Menschen mit Behinderungen. Darüber hinaus ist er unter anderem Leiter der Sektion "Zahnärztliche Behandlung von Menschen mit Behinderungen im Berufsverband Deutscher Oralchirurgen" und Mitglied des "Runden Tisches zahnärztliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen" der Bundeszahnärztekammer.

"Aufgrund der langjährigen Tätigkeit in der Behandlung und Beratung von Menschen mit Behinderungen habe ich einen tiefen Einblick in die Familien, deren besondere Situationen, Probleme und deren Umgang mit Institutionen. Diese Erfahrungen erlauben mir, mich für diese Menschen und deren Angehörigen zu engagieren. Ich sehe mich als Mediator und möchte individuellen Beistand geben", beschreibt Holthaus seine Motivation, sich als Behindertenbeauftragter im Kreis einzubringen. Er möchte die Leichte Sprache fördern, vor allem in Hinblick auf medizinische Belange. Zudem kümmert er sich um den Bereich des inklusiven Sports und versucht, die Vereine und Institutionen diesbezüglich an einen Tisch zu bekommen.

Wichtige Dokumente und Formulare

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