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Pflegekräfte für Zuhause

Hin und wieder haben pflegebedürftige Menschen den Wunsch, nicht allein in ihrem Zuhause leben zu müssen. Manchmal ist aber auch ein Leben allein, körperlich oder geistig nicht mehr möglich. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man dann zwangsläufig sein gewohntes Umfeld verlassen muss.

Wenn beispielsweise die Pflege durch einen Pflegedienst nicht mehr ausreichend ist, gibt es die Möglichkeit eine 24-Stunden-Pflege/Betreuung für zuhause zu organisieren.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten wie die 24-Stunden-Pflege/ Betreuung gestaltet werden kann. Sehr kostenintensiv ist die 24-Stunden-Pflege durch einen ortsansässigen Pflegedienst, günstiger hingegen sind die Pflege- und Betreuungskräfte aus dem europäischen Ausland.

Nachfolgend die unterschiedlichen Modelle der 24-Stunden-Pflege/Betreuung.

24-Stunden-Bereitschaftsdienst durch einen ortsansässigen Pflegedienst

Im Kreis Segeberg gibt es ortsansässige Pflegedienste, die einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst anbieten.

Pflegekräfte kommen zu den gewohnten Zeiten zur Pflege, können aber in Notfällen telefonisch erreicht werden.

Zusätzlich zu den alltäglichen Pflegeeinsätzen sind Einsätze im Notfall zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Dieser Service kann Alleinlebenden, die auf Pflege und Hilfe angewiesenen sind, Sicherheit bieten.

„Im Notfall kann ich jemanden erreichen der mir hilft. Ich fühle mich in meinem vier Wänden gut versorgt.“ (Elfriede W. 87J. Norderstedt)

24-Stunden-Intensivpflege durch einen ortsansässigen Pflegedienst

Bei einer 24-Stunden-Intensivpflege, durch einen im Kreis Segeberg ortsansässigen Pflegedienst, versorgt ein Team abwechselnd rund um die Uhr schwerstpflegebedürftige Menschen in ihrer Häuslichkeit.

Die Kosten einer Intensivpflege werden nur bei speziellen Krankheitsbildern von der Krankenkasse übernommen, wenn eine Versorgung auf intensivmedizinischer Ebene notwendig ist. So beispielsweise wenn eine lebensgefährliche Störung der Atmung vorliegt.

Die „24-Stunden-Intensivpflege“ wird daher häufig auch als „Beatmungspflege“ bezeichnet.

Pflege- und Betreuungskräfte aus dem europäischen Ausland

Der Einsatz von Pflege- und Betreuungskräfte aus dem europäischen Ausland wird hin und wieder als eine Alternative zur zeitlich begrenzten Versorgung durch einen im Kreis Segeberg ansässigen Pflegedienst gesehen. Insbesondere bei Menschen, die eine Strukturierung des Alltags und Betreuung benötigen (z.B. bei einer Demenzerkrankung) kann die Betreuungskraft den Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglichen.

Häufig handelt es sich bei den  Pflegekräften aus dem europäischen Ausland nicht um ausgebildetes Pflegepersonal. Viele verfügen jedoch über Fortbildungen in beispielsweise Bereichen wie Pflege und Demenz. In erster Linie übernehmen sie die tägliche Betreuung und die Fortführung des Haushaltes. Darüber hinaus übernehmen sie häufig auch leichte Pflegeverrichtungen (z.B. Hilfe beim Anziehen oder waschen).

Bei der Pflege und Betreuung durch osteuropäische Pflegekräfte gibt es verschiedene Modelle. Ein Pflegebedürftiger kann auf der einen Seite selbst zum Arbeitgeber einer Pflegekraft werden, auf der anderen Seite aber auch deutsche oder ausländische Vermittlungsdienstes in Anspruch nehmen.

 

Modell 1: Pflegebedürftige/r oder Angehörige werden zum Arbeitgeber (Arbeitgebermodell)

Bei diesem Modell schließt der/die Pflegebedürftige einen Arbeitsvertrag mit einer Pflege-/ Betreuungskraft aus dem Ausland. Mit dem Arbeitsvertrag wird die Tätigkeitsart, die Vergütung und die Arbeitszeit vereinbart, wobei man sich hier an die gesetzlichen Vorschriften des deutschen Arbeitsrechts halten muss (Mindestlohn, Kündigungsfrist, Urlaub, Krankheit etc.). Als Arbeitgeber hat man die Möglichkeit, Arbeitszeit, Arbeitsort und Aufgaben (soweit nicht vertraglich oder gesetzlich festgelegt) vorzugeben. Der Lohn wird monatlich direkt an die Pflege-/Betreuungskraft ausgezahlt.

Die zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Agentur für Arbeit (ZAV) kann bei der Suche nach einer Betreuungskraft helfen und kostenlos zwischen der / dem pflegebedürftigen ArbeitgeberIn und der Betreuungskraft vermitteln.

 

Modell 2: Dienstleistungsunternehmen im Ausland entsendet Pflege-/ Betreuungskraft (Entsendemodell)

Eine / ein Pflegebedürftige/r oder ihre/seine Angehörigen beauftragen ein Dienstleistungsunternehmen im Ausland, eine Pflege-/Betreuungskraft zu ihr / ihm nach Hause zu entsenden. Anders als bei dem Modell 1, wird bei diesem Modell der/die Pflegebedürftige nicht zum Arbeitgeber. Er / Sie wird lediglich zum Auftraggeber und schließt einen Vertrag mit dem Dienstleistungsunternehmen ab. Arbeitgeber ist in diesem Falle das Dienstleistungsunternehmen, das einen Arbeitsvertrag mit der Pflege-/ Betreuungskraft schließt.

Der Auftraggeber überweist monatlich einen Betrag an das Dienstleistungsunternehmen, welches dann einen Teil davon als Lohn an die Pflege-/ Betreuungskraft weitergibt. Der/ Die Pflegebedürftige haben keine Möglichkeit Arbeitszeit, Arbeitsort und Aufgaben vorzugeben, hier entscheidet das ausländische Dienstleistungsunternehmen. Sollte es bei diesen Vorgaben Änderungswünsche geben, müssen diese bei dem Dienstleistungsunternehmen und nicht der Pflege-/Betreuungskraft angegeben werden.

Die Pflege-/Betreuungskraft ist in ihrem/seinem Heimatland angestellt, dennoch gelten einige Vorschriften nach deutschem Arbeitsrecht (Mindestlohn, Urlaubs-, Arbeitszeiten etc.).

In der Zeit, wo die Pflege-/Betreuungskraft Urlaub hat bzw. krankheitsbedingt ausfällt, sorgt das ausländische Unternehmen für eine Ersatzperson.

 

Modell 3: ausländische Pflege- / Betreuungskräfte in Selbstständigkeit

Bei diesem Modell ist die ausländische Pflege-/ Betreuungskraft selbstständig. Sie muss in ihrem Heimatland ein Gewerbe angemeldet und die Arbeitsaufnahme dem deutschen Gewerbeamt mitgeteilt haben. Im Heimatland werden dann Steuern und Sozialabgaben geleistet, sowie eine Kranken- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Es wird ein Vertrag zwischen der /dem Selbstständigen und der / dem Pflegebedürftigen geschlossen der Vergütung, Vertragsdauer und Aufgaben umfasst. Es gibt keinen Arbeitgeber, der Rahmenbedingungen vorgibt. Die Entscheidung über Arbeitszeit und Arbeitsort liegen bei dem / der Selbstständigen. Hin und wieder kommt es vor, dass es bei diesem Modell zu einer Scheinselbstständigkeit kommt, d.h. dass der/ die Selbstständige doch von Weisungen durch einen Arbeitgeber abhängig ist. Es sollte daher auf folgende Punkte geachtet werden:

- Arbeitszeit und Arbeitsort sind von der Pflege-/Betreuungsperson frei wählbar

- Die Pflege- / Betreuungsperson ist nicht an Weisungen von Anderen gebunden

- Gibt es Geschäftsräume im Heimatland?

- Kann ein Gewerbe nachgewiesen werden?