Hilfsnavigation

Metropolregion Hamburg
Seite mit dem Google-Übersetzungsservice übersetzen
Wappen Kreis Segeberg
 
Haus B Kreisverwaltung

Ressortübergreifendes GIS - Digitale Bauakte

 

1. Ziele des Projektes


Bei der Maßnahme Verwaltung-vol.net handelt es sich um ein Pilotprojekt zum Aufbau eines standort- und ämterübergreifenden, netzintegrierten Raumbezugssystems zur Verbesserung der Entscheidungsfindung und -qualität der Verwaltung und der freien Wirtschaft. Verschie­dene öffentliche Verwaltungen, Unternehmen, Institutionen, Bürgerinnen und Bürger erhalten in einem Datennetz die Möglichkeit, auf Geoinformationen zuzugreifen, sie zu bearbeiten und Nutzen zu generieren.

Mit der Maßnahme Verwaltung–vol.net wird es erstmals möglich, die Verwaltungsmoder­nisierung zu einem integrativen Prozess zu machen, der sich weg von Kompetenzabgren­zungen zwischen einzelnen Behörden bewegt hin zu einem Wissensnetzwerk, das den ver­schiedenen Partnern dauerhafte Effizienz- und Qualitätsgewinne verschafft.

Wesentliche Bausteine der Maßnahme sind die Schaffung eines einheitlichen Geoinforma­tionspools, für den Daten verschiedener Partner in eine technische Plattform einzubringen sind. Die Datenübermittlung und der Datenaustausch sollen so weit wie möglich automati­siert werden. Daten-Mehrfachsammlungen werden vermieden, was angesichts des großen Anwendungsbereichs von Raumdaten auf Feldern wie Bauen, Umwelt, Tourismus oder Landwirtschaft bedeutende Kosten- wie auch Geschwindigkeitsvorteile bei Prozessbearbei­tungen bedeutet.


2. Projektumfang


2.1 Aufbau eines ressortübergreifenden Geoinformationssystems in der Kreisverwal­tung Segeberg (Intranet)

Im Kreis Segeberg liegen zahlreiche heterogene Daten mit Raumbezug sowohl in analoger wie auch digitaler Form vor. Die Daten liegen zum Teil lokal auf unterschiedlichen Rechnern oder sind soweit sie nur in analoger Form zur Verfügung stehen, nur von bestimmten Pro­dukten nutzbar. Diese Daten sollen zukünftig zum größten Teil in digitaler Form via Intranet möglichst vielen Personen in der Kreisverwaltung bereit­gestellt werden.

Dazu wird ein GIS-Werkzeug benötigt, das verschiedene Datentypen (Raster- Vektor- und Sachdaten) und -formate sowie die bislang eingesetzten Fachverfahren und Datenbanken integriert. Es muss ein offenes System sein, da zukünftig weit mehr als bislang mit Geodaten gearbeitet werden wird, d.h. es müssen laufend neue Daten (mit noch unbekannten Forma­ten) eingebunden werden und über das Netz bereitgestellt werden.

Darüber hinaus wird ein intensiver Datenaustausch zu externen Stellen angestrebt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit eines authentifizierenden, sicheren Zugangs zu den Daten des Kreises, der entsprechend der Aufgaben und Befugnisse der ex­ternen Stellen konfigurierbar sein muss.

Im Rahmen der Erstellung eines Grobkonzeptes wurde bereits ein Stufenplan für die Reali­sierung eines browser-gestützten GIS erarbeitet.

Wichtige erste Schritte sind ein detaillierter Systemvergleich der auf dem Markt befindlichen Internet-GIS und ein anschließender Systemtest ausgewählter Softwareprodukte. Daraus ist ein Pflichtenheft zu erarbeiten, dass die Ausschreibung einer Softwarelösung ermöglicht. Die Anforderungen, die sich aus den folgenden Punkten (2.2-2.4) ergeben, sollen dabei bereits berücksichtigt sein. Die Ergebnisse der Recherchen und des Systemtests sollen in einem Feinkonzept zusammengefasst werden.

Nach der Systementscheidung und der Einrichtung eines Geoservers in der Kreisverwaltung Segeberg sollen verfügbare Geodaten zusammengetragen und in das System eingebunden werden. Dazu sind weitergehende Recherchen bei den Ressorts auf Landesebene, aber auch bei Energieversorgern und Entsorgungsunternehmen sowie den Zweckverbänden er­forderlich. Darüber hinaus kann eine eigene Datenerfassung z.B. von B-Plänen sinnvoll sein.

Während der Einführungsphase wird das Projekt von der Arbeitsgruppe GIS der Kreisver­waltung begleitet. Für den dauerhaften Betrieb des Systems soll im Anschluss eine zentrale GIS-Koordinierungsstelle geschaffen werden. Diese hat u.a. die Aufgabe eine Metadaten­bank zu erstellen.



2.2 Einbindung der kreisangehörigen Gemeinden (Extranet)

Die kreisangehörigen Kommunen sollen in ihrer Funktion als Bürgerbüros insbesondere bei dem Prozess der Baugenehmigung eingebunden werden. Dazu sollen bestimmte Daten vom Kreis zur Verfügung gestellt werden. Umgekehrt hat der Kreis Interesse an digitalen Geoda­ten der Kommunen (z.B. B-Pläne).

Hier sind u.U. Recherchen zu den bereits vorhandenen Daten und Systemen in den Ge­meinden notwendig sowie zu geplanten Vorhaben hinsichtlich Geodaten und Geoinforma­tionssystemen. Vorrausichtlich wird es zweckmäßig sein, einen Standard für den Datenaus­tausch zu formulieren, da aus Kostengründen nicht alle Formate und Systeme integriert wer­den können.

Konzeptionell sind die kreisangehörigen Gemeinden und Städte schon unter Punkt 1.1 ein­zubinden. Eine Realisierung der Geodatenauskunft via Extranet dürfte aber erst nach Instal­lation und Inbetriebnahme des Geoinformationssystems im Intranet sinnvoll sein.



2.3 Einbindung von Architekten, Ing.- Büros und Notaren (Extranet /Internet)

Die Bürger/innen werden in der Regel im Rahmen eines Bauantrags oder bei Liegenschafts­auskünften von Architekten und/ oder Notaren unterstützt. Im Rahmen des Baugenehmi­gungsverfahrens soll der Antragsteller (Architekt) möglichst frühzeitig mit umfassenden In­formationen zum betroffenen Flurstück versorgt werden, um ihm zu ermöglichen, den Antrag möglichst vollständig, d.h. unter Berücksichtigung aller betroffenen Belange zu stellen. Allein diese Maßnahme könnte zu einer deutlichen Beschleunigung des Verfahrens führen. Der Zugang zu diesen Informationen kann via Internet (mit Passwortschutz) oder Extranet reali­siert werden. Auch Infoterminals innerhalb der Bürgerbüros sind denkbar. Darüber hinaus könnte eine Abfragemöglichkeit zum Stand des Verfahrens für den Architekten geschaffen werden.



2.4 Einbindung der Bürger- und Bürgerinnen (Internet)

Öffentlich zugängliche Daten, wie z.B. Bebauungspläne, Flächennutzungspläne, Land­schaftspläne etc. können zur Information im Internet veröffentlicht werden. Auch eine Bür­gerbeteiligung im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TÖB) wäre denk­bar.

Darüber hinaus könnte das Internet dazu genutzt werden, z.B. Gewerbegebiete oder private Baugrundstücke zu vermarkten. Im Bereich Tourismus könnten Rad- und Wanderwegekar­ten angeboten werden, die mit Gaststätten, Sehenswürdigkeiten oder dem ÖPNV verlinkt sind.

Auch eine Verknüpfung mit dem Portal www.Schleswig-Holstein.de wäre zu prüfen.

3. Weitere Projekte und Themen im Zusammenhang mit einem ressortübergreifenden Geoinformationssystem


3.1 Verwaltung 2000

Im Rahmen der Konzept- und Feinkonzepterstellung liegt ein Hauptaugenmerk darauf,

im Bereich der „Digitalen Akte" keine technische Einzellösung sondern ein weitgehend flexibles und erweiterbares System einzuführen, welches inhaltlich entsprechend konform zu den Zielen der Projekte „Verwaltung 2000", GEO-Info-System" und „Kreisnetz" ist.

Dieses ist insofern sehr wichtig da alle Projekte sehr eng miteinander verzahnt sind und ihr gesamtes Nutzenpotential nur entfalten wenn sie entsprechend aufeinander aufbauen und so dem Grundgedanken eines ganzheitlichen Ansatzes Rechnung tragen.

Wie im Teilprojekt „Verwaltung 2000" wird der Kreis in die Rolle eines Dienstleisters für die kreisangehörigen Kommunen eintreten. D.h., dass die Bereitstellung der Geobasisdaten, der Kommunikationswege, das Vorhalten zentraler Server, das Freigabeverfahren der Applikationen, Betriebs- und Sicherheitskonzepte etc. im Rahmen eines Applikation Service Providing erfolgten müsste.


3.2 Digitale Akte

Innerhalb des Projektes Verwaltung 2000 ist die Lebenslage Baugenehmigung eingebunden. Dieser Prozess ist in diesem Rahmen aber als erster Schritt rein auf einen umfangreichen Informationsdienst beschränkt gewesen und umgesetzt. Um diese Lebenslage im Interesse einer zeitnahen Abwicklung für den Bürger oder die Bürgerin und der Verwaltungen zu bessern und wirtschaftlicher zu gestalten, ist hierfür der Einsatz der so genannten digitalen Akte vorgesehen. Die Bauanträge sollen, mit allen nötigen Unterlagen wie Antrag, Plänen, Stellungsnahmen etc. versehen, digitalisiert in einer Akte zusammengefasst und elektronisch (Kreisnetz) versandt werden. Hierfür hat eine Arbeitsgruppe ein Grobkonzept erstellt. Seit der 2. Jahreshälfte 2001 wird jetzt das Feinkonzept erstellt, um zu einer Ausschreibung zu gelangen.

Geodaten sind also Teil des Bauantrages, z.B. in Form eines Liegenschaftskatasteraus­zuges und/ oder Darstellungen von rechtlichen Bindungen (Naturschutz, Denkmalschutz, Wasserschutz etc.). Das heißt, im Rahmen des Projektes Verwaltung-vol.net soll von vorn­herein auf die Anforderungen und Ziele der „Digitalen Akte" Rücksicht genommen werden. Es sind daher geeignete Schnittstellen und Verknüpfungen im Workflow zu bedenken.


3.3 Digitales Baugenehmigungsverfahren

Das digitale Baugenehmigungsverfahren soll den Bürger- und Bürgerinnen im Rahmen eines e-government-Angebotes die Möglichkeit bieten, via Internet einen Antrag auf Baugenehmi­gung zu stellen. Das heißt der gesamte Prozess des Baugenehmigungsverfahrens soll dann via Internet incl. digitaler Unterschriften abgewickelt werden. Dazu gehören die Verwaltung von Dokumenten (intern und extern), Terminverwaltung, Ablaufplanung, Ver­tragsabschlüsse mit digitaler Signatur, digitale Genehmigung und Archivierung.

Hier würden dann die Projekte Geoinformationssystem, digitale Akte und Kreisnetz zusam­menlaufen.


3.4 Anbindung Kreisnetz und Landesnetz

Zur sicheren Übertragung der Daten innerhalb der kreisangehörigen Kommunen - nicht nur für das Projekt Verwaltung 2000, sondern auch für Geo-Daten, Baugenehmigungsdaten, einheitliche Fachverfahren innerhalb eines Kreises wie z.B. Sozialhilfe - sind Kreisnetze mit gemeinsam definierten Übergängen und einheitlicher Administration erforderlich. Weiterhin ist dann sinnvoll, dass solch ein Kreisnetz lediglich einen Übergang in das Landesnetz und von dort in das Bundesnetz hat. Ein Landesnetzanschluß mit 2 M/Bit ist in der Kreisverwal­tung realisiert. Auch die Stadtverwaltung Segeberg ist schon über den Kreis hieran ange­schlossen.

Auf Grund der Komplexität solch eines Kreisnetzes (Datenmengen und benötigte Bandbreite, Sicherheitsanforderung, Art der Übertragung wie z.B. Funk oder Festnetz, etc.) und dem damit verbundenen Finanzierungsaufwand, sowie der langfristigen Bindung an einen Dienstleister/Partner sind in 2001 vielfältige Kontakte zu Firmen und Konsortien aufgenom­men worden.

Hinsichtlich der zu übertragenden Geodaten muss geprüft werden, ob die Kapazitäten (Bandbreiten) ausreichen für eine performante Datenübertragung. Betroffen wären z.B. die Bürgerbüros in den kreisangehörigen Gemeinden, die schnelle Auskünfte am Arbeitsplatz benötigen. Vor allem bei Nutzung von umfangreichen Rasterdaten (z.B. Luftbilder) könnte es zu Engpässen kommen.


3.5 Anbindung an zukünftigen landesweiten Geodatenserver

Das Landesvermessungsamt S-H plant den Aufbau eines Geodatenservers, der landesweite Geobasisdaten online bereitstellt. Darüber hinaus ist im Rahmen eines landesweiten Geo­datenmanagement der Aufbau so genannter Kopfstellen der einzelnen Ressorts geplant. Derzeit verfügt das LANU bereits über eine solche Kopfstelle.

Hier muss ebenfalls geprüft werden, wie der landesweite Geodatenserver in das Datenhal­tungskonzept im Kreis Segeberg eingebunden und ob darüber z.B. eine performante Liegen­schaftsauskunft realisiert werden kann.

Die Geofachdaten der verschiedenen Ressorts werden voraussichtlich nicht tagesaktuell benötigt, bzw. verändern sich nur in größeren Zeiträumen, so dass ggf. ein eigener Datenbe­stand im Kreis aufgebaut werden könnte, der nur in bestimmten Zeitabständen aktualisiert wird.


3.6 Thema Datenschutz

Der Datenschutz im Bereich der Liegenschaftskarte und des Liegenschaftsbuches ist im Be­reich der Geodaten in jedem Fall kritisch zu betrachten.


3.7 Thema Microsoft .NET

Microsoft verfolgt mit seiner .NET-Strategie verschiedene Ziele. Es werden einerseits um­fangreiche Entwicklungswerkzeuge zur Softwareentwicklung für das Internet angeboten, aber es geht Microsoft auch um den Verkauf von Web-Diensten, die neben den PC auch das Mobiltelefon und den PDA einbeziehen.

Im Rahmen des Projektes wäre ggf. zu prüfen, ob diese neuen Möglichkeiten in das Konzept einbezogen werden sollen und welcher Nutzen daraus gezogen werden könnte.


4. Projektmaßnahmen


4.1 Bildung von Facharbeitsgruppen und Lenkungsgruppe

Es existiert derzeit eine Projektarbeitsgruppe GIS in der Kreisverwaltung Segeberg, die ge­meinsam mit der geoGLIS oHG das bereits vorliegende Grobkonzept erstellt hat. Diese Pro­jektgruppe könnte auch bei der Erstellung des Feinkonzeptes und bei der Durchführung ei­nes Systemtests mitwirken.

In welcher Form die kreisangehörigen Kommunen eingebunden werden können und ob auch hier die Bildung einer eigenen Arbeitsgruppe zweckmäßig ist, müsste geprüft werden. Gege­benenfalls sind zunächst alle interessierten Kommunen anzusprechen (Kickoff-Veranstal­tung), um die Vorgehensweise gemeinsam zu klären.

Weitere Facharbeitsgruppen könnten zu den Themen:

Datenschutz
Netze
Strategien auf Landesebene (Kontakt zu Staatskanzlei, KomFit, Lenkungsgruppe der Kooperationsvereinbarungen Umweltanwendungen in S-H; Landesvermessung)
Digitale Signatur
Bezahlsysteme
gebildet werden.


Um die einzelnen Facharbeitsgruppen zu koordinieren, ist die Bildung einer Lenkungsgruppe erforderlich. Wie diese zu besetzen ist, müsste noch geklärt werden.


Weitere Materialien zum Download:



Landrat Georg Gorrissen, Präsentation WEBGIS (english, ca. 2,5 MB) [PDF: 2,6 MB]

Übersicht Bauvoranfrage [PDF: 146 KB]