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Geflügelpest bei Wildvögeln im Kreis Segeberg

Die am 09.11.2016 am Großen Segeberger See tot aufgefunden und vom Landeslabor SH hinsichtlich Influenza –A Virus des Subtyps H5 positiv befundeten zwei Reiherenten wurden auf Veranlassung des Kreisveterinäramtes zwischenzeitlich im nationalen Referenzlabor „Friedrich-Löffler-Institut (FLI)“ untersucht. Bisher bestand der Verdacht auf Geflügelpest.

Am Nachmittag des 12.11.2016 hat nun das FLI das Untersuchungsergebnis des Landeslabors SH bestätigt, so dass der Ausbruch der Geflügelpest als amtlich festgestellt gilt. Durch das FLI wurde der hochpathogene Erreger des Subtypes H5N8 nachgewiesen.

Der Kreis Segeberg hat daher die in der Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest (Geflügelpestverordnung) und dem Gesetz zur Vorbeugung vor und Bekämpfung von Tierseuchen (Tiergesundheitsgesetz) in diesem Fall vorgesehenen und erforderlichen Maßnahmen eingeleitet.

Der Kreis Segeberg hat am 12.11.2016 einen Sperrbezirk in einem Radius von mindestens 3 Kilometern und ein Beobachtungsgebiet in einem Radius von mindestens 10 Kilometern um die Fundstelle der Wildvögel am Großen Segeberger See eingerichtet und durch Allgemeinverfügung am 12.11.2016 auf seiner Internetseite bekannt gegeben. Geografisch werden von dem Beobachtungsgebiet auch die Kreise Stormarn und Ostholstein betroffen sein.

Im Kreis Plön in der Gemeinde Dersau wurde ebenfalls am 12.11.2016 der Ausbruch der Geflügelpest bei Wildvögeln amtlich festgestellt. Der Kreis Plön hat einen Sperrbezirk in einem Radius von mindestens 3 Kilometern und ein Beobachtungsgebiet in einem Radius von mindestens 10 Kilometern um die Fundstelle der Wildvögel eingerichtet. Der Sperrbezirk betrifft im südlichen Teil auch den Kreis Segeberg. Es wurde daher eine weiterer Sperrbezirk, der das gesamte Gemeindegebiet der Gemeinde Stocksee umfasst, eingerichtet und mit der o.g. Allgemeinverfügung bekannt gegeben.

Die tierseuchenrechtlichen Maßregeln und (Schutz-)Anordnungen sind in der kreisbehördlichen Allgemeinverfügung enthalten und sind am 13.11.2016, 0:00 Uhr in Kraft getreten.

In allen Restriktionszonen (Sperrbezirke und Beobachtungsgebiet) muss sämtliches Geflügel aufgestallt werden. Hunde und Katzen dürfen nicht frei umherlaufen (Anleinpflicht für Hunde). Die Jagd von Federwild ist grundsätzlich untersagt.

Bis auf Weiteres dürfen in den Sperrbezirken unter anderem keine Vögel und Bruteier aus einem Bestand verbracht werden. Auch frisches Fleisch oder Fleischerzeugnisse, die von Vögeln oder Federwild aus dem Sperrbezirk gewonnen wurden, dürfen den Sperrbezirk nicht verlassen. Die Geflügelbestände im Sperrbezirk werden zudem regelmäßig untersucht.

Die Vermarktung von Konsumeiern wird durch die Einrichtung eines Sperrbezirks bzw. Beobachtungsgebietes im Zusammenhang mit der Feststellung der Wildvogel-Geflügelpest nicht beeinträchtigt.

Im Sperrbezirk rund um den Fundort am Großen Segeberger See sind 77 Betriebe mit insgesamt knapp 3.000 Stück Geflügel betroffen.
Im Sperrbezirk rund um den Fundort in der Gemeinde Dersau im Kreis Plön, sind im Gemeindegebiet der Gemeinde Stocksee auf Segeberger Gebiet 6 Betriebe mit insgesamt ca. 32.000 Stück Geflügel betroffen.

In dem Beobachtungsgebiet muss Geflügel aufgestallt werden und darf bis auf Weiteres nicht verbracht werden. Im Beobachtungsgebiet sind 450 Betriebe mit ca. 650.000 Stück Geflügel betroffen.

Sollte bei weiteren Vögeln der Geflügelpesterreger nachgewiesen werden, werden die Ausmaße der Zonen entsprechend angepasst.

Wegen der weiteren Einzelheiten zu den geltenden tierseuchenrechtlichen Restriktionen wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf den Inhalt der im Internet des Kreises Segeberg veröffentlichten Allgemeinverfügung verwiesen.

Grundsätzlich gelten für alle Personen, die Geflügel halten, gleichgültig ob es sich um gewerbliche oder private (Hobby)-Haltungen handelt, dieselben tierseuchenrechtlichen Maßnahmen. Geflügelpest lässt sich sehr leicht über die Kleidung, Schuhe, Hände usw. verbreiten. Ein wenig Mist unter den Schuhen reicht z.B. aus, um damit das Virus weiter zu tragen.

Der Erreger der derzeit grassierenden Geflügelpest ist hochagressiv. Deshalb sind Biosicherheitsmaßnahmen von allen Geflügelhaltern streng zu beachten: So sollte beim Betreten der eigenen Ställe Schutzkleidung (z.B. ein stalleigener Overall und Schuhe/Stiefel) getragen werden. An den Eingängen der Ställe sollten mit Desinfektionsmittel getränkte Desinfektionsmatten ausgelegt werden. Die Hände sollten vor dem Betreten der Ställe gewaschen und desinfiziert werden. Betriebsfremde Personen haben grundsätzlich keinen Zugang zu Ställen. Das Auftreten von vermehrten Todesfällen muss an die Veterinärbehörde gemeldet werden. Alle Maßnahmen gelten auch für Halter von einzelnen oder wenigen Tieren. Das Risiko der Weiterverbreitung der Geflügelpest ist bei Hobbyhaltungen genauso groß wie bei gewerblichen Haltungen.

Eine entsprechende Allgemeinverfügung, die Biosicherheitsmaßnahmen für alle Geflügelhalter verbindlich vorschreibt, ist beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (MELUR) in Vorbereitung und soll in Kürze in Kraft treten.

Das MELUR hat daneben als oberste Jagdbehörde empfohlen, auch außerhalb der Restriktionszonen bis auf weiteres von der Jagd auf Wasserwild Abstand zu nehmen, um hierdurch der Verbreitung der Seuche entgegen zu wirken. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. hat ebenfalls bereits eine entsprechende Empfehlung an die Revierleitungen abgegeben

Drei weitere Wildvogelfunde, die am Samstag den 12.11.2016 in Nehms, Travenhorst und in Bad Segeberg durch das Kreisveterinäramt beprobt wurden, sind mit Ergebnis des Landeslabors vom Nachmittag des 13.11.2016 negativ auf das Influenza A Virus Subtyp 5 befundet worden. Am 14.11.2016 werden zwei weitere Wildvögel, ein Reiher aus Bebensee und eine Ente aus Hasenkrug beprobt werden.

Das Kreisveterinäramt ist zu den üblichen Geschäftszeiten über das Bürgertelefon (Tel.: 04551 – 951 211) zu erreichen. Sollte außerhalb der Geschäftszeiten die Erreichbarkeit nicht gegeben sein, besteht jederzeit auch die Möglichkeit, das Kreisveterinäramt über den Fund toter Vögel durch die Rettungsleitstelle (Tel.: 112) zu informieren.

Das Kreisveterinäramt bittet dringend zu beachten, dass Höfe, bei denen Verdachtsfälle auftreten, aus Tierseuchenschutzgründen nicht von (unbefugten) Dritten betreten werden. Menschen können das Virus unter den Vögeln weiterverbreiten – beispielsweise über Schuhe oder Stiefel, an denen Vogelkot infizierter Tiere haftet. Es müssen strenge Biosicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Der Kreis Segeberg bittet daher alle, sich dieser Verantwortung bewusst zu sein.