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erster Segeberger Klimaschutzwald

15.03. - Krems II

Im 4. Qartal 2015 ist dank Unterstützung ortsansässiger Sponsoren das Projekt Klimaschutzwald Segeberg umgesetzt worden.

Die Einweihung fand am 15.3.2016 bei strahlendem Sonnenschein statt. Kreisbaudirektor und stellvertretender Landrat Thomas Falck begrüßte neben den Sponsoren Jens Kretzschmer (WZV) und Bernd Jorkisch auch den Kreisnaturschutzbeauftragten Hans-Peter Sager, Axel Koch (Forstbetriebsgemeinschaft), Axel Timmermann (Untere Naturschutzbehörde), Heiko Birnbaum (Klimaschutzmanager), Vertreterinnen und Vetreter der Presse sowie Schülerinnen und Schüler der Plant for the Planet AG nebst Eltern.

Die Anwesenden waren sich einig: Wald ist wichtig! Als "Grüne Lunge" für das Klima, Erholungs- und Rückzugsort für Menschen und Tiere wie auch als Wirtschaftsgut. Dieser Klimaschutzwald ist jedoch als reines Biotop gedacht, ohne wirtschaftliche Nutzung.

Die Entstehung des Projektes

Die Idee entstand bei der Betrachtung des eigenen CO2-Fußabdrucks und der folgenden Frage, wie ich meine persönliche Ökobilanz weiter optimieren kann. Vermeidung von Treibhausgasemissionen ist die eine Sache, was kann ich aber tun, um z.B. meinen täglichen Weg zur Arbeit klimaneutraler zu gestalten. Der Ansatz ÖPNV oder Fahrgemeinschaft etc. wurde bereits ausgeschöpft. Was bleibt ist, vorhandenes CO2 der Atmosphäre wieder zu entziehen. Das kann geschehen, indem sogenannte CO2-Senken geschaffen werden. Wald und Moore sind solche Senken, d.h. sie nutzen den Kohlenstoff aus der Luft für das Wachstum und lagern es dauerhaft in der Biomasse ein.

Für einzelne Personen oder Firmen ist es in der Regel schwierig, einen eigenen Wald zu pflanzen.
Es gibt jedoch Möglicheiten, sich an Aufforstungsprojekten bundesweit zu beteiligen, beispielsweise über Prima-Klima oder die Stiftung Klimawald.

Es entspand die Idee, einen Klimaschutzwald direkt im Kreis Segeberg zu pflanzen, an dem sich alle Bürgerinnen und Bürger sowie Betriebe im Kreis Segeberg beteiligen können. Die geeigneten Flächen dafür hat der Kreis zur Verfügung gestellt, dem Antrag auf Erstaufforstung wurde seitens der unteren Forstbehörde im März 2015 statt gegeben. Nach Prüfung der archäologischen Belange und der Aussicht auf Fördermittel durch das Land Schleswig Holstein konnte das Projekt gestartet werden.

Wegfall der Fördermittel und Sponsorensuche

Im Juni 2015 kam dann die Nachricht der Landwirtschaftskammer, dass die Haushaltsmittel komplett für die Beseitigung der starken Sturmschäden im Norden Schleswig Holsteins eingesetzt werden müssen und eine Förderung nicht mehr möglich sei. 

Die Umsetzung des Projektes war stark gefährdet, so dass sich die Klimaschutzmanager auf die Suche nach Drittmitteln begaben.

Bei der primär angedachten Zielgruppe, den Bürgerinnen und Bürgern des Kreises, konnten die erhofften Geldmittel nicht akquiriert werden. Auch eine Bewerbung über die Presse sowie auf der Regioschau im April zeigte keine Wirkung, so dass wir unsere Bemühungen verstärkten.
Die fast unmittelbar darauf erfolgte Zusage des WZV, sich mit 10.000,-€, knapp der Hälfte der Kosten, zu beteiligen, machte uns Mut.
Mit diesen Mitteln und dem kreiseigenen Anteil aus dem Klimaschutzbudget war der Projektstart gesichert. Restmittel können nachträglich eingeworben werden bzw. sind durch Ausgleichsmittel der unteren Naturschutzbehörde gedeckt.  

Ebenfalls als "eine gute Sache" bewerteten Bernd Jorkisch und Henning Ruser das Projekt und spendeten 3000,- bzw. 4200,-€.
Drei Privatpersonen aus ddem Kreis Segeberg spendeten ebenfalls ing´sgesamt 250,- € für den Klimaschutz.

Zaunbau und Flächenvorbereitung

Nach Ortsbegehung mit allen Beteiligten, auf der neben der genauen Pflanzflächen auch Abstände zu Gewässern, geschützten Biotopen, etc.  festgelegt wurden, erfolgte eine Standortkartierung. Die Beschaffenheit des Bodens ist stark unterschiedlich, sowohl was Feuchtigkeit als auch Bodenzusammensetzung angeht. Nicht jeder Baum kommt mit den Bedingungen klar. Hier haben die Fachleute einen enstsprechenden Plan erarbeitet. Im September wurde dann mit der Vorbereitung der Flächen begonnen. Zauntrasse abstecken, mähen, Wildschutzzaun bauen.

ksm_mulchen3

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ksm_zaunA2

 

Die Pflanzungen

jetzt hieß es warten, und zwar auf die Natur.

Die Vegetationsphase zum Pflanzzeitpunkt muss stimmen, damit die Jungbäume auch anwachsen.
Dazu kam, dass die Trave aufgrund der starken Regenfälle über die Ufer getreten ist und die Pflanzflächen bis zu 1/3 überschwemmt hat. Mit solchen Bedingungen müssen die gewählten Baumsorten natürlich auch klar kommen.

Je nach Bodenbeschaffenheit wurden vorrangig Roterlen, Stieleichen, Flatterulmen, Hainbuchen, oder Berg- und Spitzahorne gepflanzt. Insgesamt kamen knapp 7000 Jungbäume auf die Flächen.

KSM_Bäumchen_Krems_II

 

Ergänzt wurde das Ensemble mit 4 Wildäpfeln und 2 Wildbirnen als Hochstämme, die von der plant-for-the-planet Schüler AG des Städtischen Gymnasiums in Bad Segeberg gepflanzt wurden. Gestiftet wurden die sechs Bäume von der segeberger Filiale der Fielmann AG.

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Zahlen - Daten - Fakten

Was bringt dieser Wald nun für das Klima im Kreis Segeberg?

1 Hektar (ha) Wald entzieht der Atmosphäre jährlich ca. 10 Tonnen (t) CO2 (Mittelwert über 50 Jahre). In Krems II wurden von den 4,6 ha knapp 2,0 ha aktiv bepflanzt, der Rest der Flächen soll sich auf natürliche Weise entwickeln. 

Es werden also 20 Tonnen CO2 pro Jahr  bzw. rund 1000 Tonnen CO2 in den nächsten 50 Jahren im Holz eingelagert.
20 Tonnen sind so viel, wie fünf durchschnittliche Diesel-Pkw in 15000km ausstoßen. Das klingt erst einmal nicht viel, um die Klimaschutzziele des Kreises zu erreichen (der CO2-Ausstoß von kreisweit ca. 2,2 Mio Tonnen im Jahr 2009 soll bis 2020 auf ca. 1,8 Mio. Tonnen reduziert werden) sind jedoch eine Vielzahl gerade solcher kleinen Projekte hilfreich und auch erforderlich.

 

Autor: Klimaschutzstelle des Kreises Segeberg