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Neueste Bodenrichtwerte: Wohnen im Kreis Segewberg ist teurer geworden

 Die Quadratmeterpreise für Bauland im Kreis Segeberg sind gestiegen – teilweise sogar erheblich.

Die Arbeitsgruppe „Bodenrichtwerte“ des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis stellte jetzt die neuen Bodenrichtwerte vor. Sie sollen eine Hilfestellung für alle sein, die wissen wollen, was Grundstücke wert sind, oder die nach Bauland Ausschau halten.

Das Gremium, das unabhängig arbeitet, bezieht seine Daten aus tatsächlich getätigten Verkäufen. Das bedeutet, dass der Ausschuss nicht für die Regulierung der Preise zuständig ist, sondern vielmehr Richtwerte ermittelt, um eine Datengrundlage zu haben. Für die Markttransparenz sind diese Werte sehr wichtig – vor allem in Zeiten steigender Grundstückspreise.

Am teuersten wohnt es sich im Kreis Segeberg generell in den Städten und deren angrenzenden Gemeinden. Hier sind die Bodenwerte stärker gestiegen als im ländlichen Bereich. Spitzenreiter bei der Einfamilien- und Dopppelhausbebauung ist die Stadt Norderstedt: Dort ist der Quadratmeterpreis um acht bis 25 Prozent auf 265 bis 375 Euro gestiegen. Im östlichen sowie im nordwestlichen Kreisgebiet sind die Preise im ländlichen Bereich stabil geblieben, in einigen Orten sogar zurückgegangen.

Bodenrichtwerte werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben im Zwei-Jahres-Rhythmus für baureifes, erschlossenes, unbebautes Land bekanntgegeben. Die Werte werden je nach Grundstücksnutzung in unterschiedliche Bereiche unterteilt: individueller Wohnungsbau (Einfamilienhäuser, Doppelhäuser), Reihenhäuser, Geschosswohnungen sowie Gewerbe- und Industriebauten.

Die Bodenrichtwerte von Einfamilienhäusern beziehen sich für das gesamte Kreisgebiet einheitlich auf eine Grundstücksgröße von 600 Quadratmetern. Damit ist eine Vergleichbarkeit möglich. Zudem lassen sich die Bodenrichtwerte auch mit denen in den Kreisen Herzogtum-Lauenburg, Pinneberg und Stormarn ohne Umrechnungsfaktoren vergleichen, weil die Bodenrichtwerte dort ebenfalls auf Grundstücke mit einer Größe von 600 Quadratmetern abgeleitet sind.

In vielen Orten sind seit mehreren Jahren keine oder nur sehr wenige Grundstücke verkauft worden oder die Kaufverträge sind für die Auswertung nicht geeignet. Der Gutachterausschuss steht dann immer vor der Aufgabe, Bodenrichtwerte für diese Orte sachgerecht abzuleiten. Bislang wurden in solchen Fällen die Werte des vorangegangenen Bewertungszeitraums übernommen. „Das ist aber aufgrund der allgemeinen Preissteigerung auf dem Grundstücksmarkt in den vergangenen zwei Jahren nicht mehr sachgerecht“, wie der Vorsitzende des Gutachterausschusses Volker Rimka sagt. Deshalb habe der Gutachterausschuss die Bodenrichtwerte dieses Mal unter Berücksichtigung der allgemeinen Preisentwicklung zeitlich angepasst und entsprechend der regionalen Verhältnisse prozentual erhöht.
 
Auffällig sei auch, dass in vielen Städten und Gemeinden über viele Jahre nahezu keine Reihenhäuser und Geschosswohnungen verkauft worden seien. Auch in diesen Fällen hat der Gutachterausschuss die Bodenrichtwerte unter Berücksichtigung der allgemeinen Preisentwicklung zeitlich angepasst.

Im Bewertungszeitraum 2015 bis 2016 wurden von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses 1.053 Kaufverträge für unbebaute Grundstücke ausgewertet. Auszugsweise nachstehend einige Bodenrichtwerte für den individuellen Wohnungsbau, das heißt für Einfamilien- oder Doppelhausbebauung, bezogen auf eine Grundstücksgröße von 600 Quadratmetern:

Stadt / Gemeinde € /m² 31.12.2014 € /m² 31.12.2016 - Steigerung
Bad Segeberg 105 bis 145 115 bis 160 - 10 %
Bad Bramstedt 120 bis 150 140 bis 190 - 17 bis 27 %
Kaltenkirchen 160 bis 170 200 bis 210 - 25 %
Henstedt-Ulzburg 160 bis 200 200 bis 250 - 25 %
Norderstedt 245 bis 300 265 bis 375 - 8 bis 25 %

Die komplette Bodenrichtwerte-Übersicht kann bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Haus der Kreisverwaltung Segeberg, Hamburger Straße 30, in Bad Segeberg während der Dienstzeiten sowie im Internet unter www.kreissegeberg. de eingesehen werden. Unter den Telefonnummern 04551 951-526 und -582 werden telefonische Auskünfte erteilt. Schriftliche Bodenrichtwertauskünfte und die Abgabe von Bodenrichtwertübersichten sind gebührenpflichtig.