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Haus B Kreisverwaltung

Landrat a.D. Graf Schwerin von Krosigk wird 90 Jahre alt

Der frühere Landrat Anton Graf Schwerin von Krosigk hat am 21. Juli 2015 Geburtstag; er wird 90 Jahre alt. Im Namen des Kreises Segeberg gratuliert Kreispräsident Winfried Zylka dem Jubilar, den er als junger Kreistagsabgeordneter über ein Jahrzehnt und als Kreispräsident noch drei Monate begleiten konnte. Graf Schwerin von Krosigk war vom 1. April 1966 bis zum 3. Juli 1990 Landrat unseres Kreises – insgesamt 8.888 Tage lang.

Zylka würdigt im Folgenden Persönlichkeit und Amtszeit des Jubilars:

In seine Amtszeit fiel die Kreisreform 1970, die den Kreis Segeberg um die damals neu gegründete Stadt Norderstedt vergrößerte. Aber auch sonst profitierte der Kreis von seiner Attraktivität. Dies zeigte sich in einem regelmäßigen Bevölkerungswachstum, das überwiegend durch Zuzüge hervorgerufen wurde. 1966 hatte der Kreis 106.000 Einwohner; 1990 waren es 215.000 und heute sind es 265.000 Einwohner.

Schnelle Entwicklungen gab es im Bildungsbereich: In der Amtszeit von Krosigks verringerte sich die Zahl der Volksschulen von 94 auf 56 (Grund-, Hauptschulen), die Zahl der Gymnasien stieg von 2 auf 9, die der Realschulen von 4 auf 12. Neben der Kreisberufsschule Bad Segeberg entstand eine weitere große Berufsschule in Norderstedt. Im Sozialwesen gab es eine tiefgreifende Neustrukturierung mit Veränderungen in der Art und in den Schwerpunkten der Sozialarbeit. Die Bruttoausgaben in diesem Bereich stiegen von 2,3 Mio DM (in 1966) bis 66 Mio DM (1990). Noch stürmischer war die Entwicklung im Umweltbereich. Beispiel: 1966 gab es im Kreisgebiet noch 130 Müllplätze; 1990 nur noch eine Zentraldeponie. Noch in der Amtszeit v. Krosigks begann der Bau der neuen Zentraldeponie in Tensfeld, die noch heute in Betrieb ist.

Graf Schwerin von Krosigk gehörte keiner Partei an. Seine parteipolitische Neutralität war eines seiner Markenzeichen. Als „seine Fraktion“ bezeichnete er gern die Runde der Bürgermeister der kreisangehörigen Gemeinden. Ihn verband ein faires Verhältnis zu den Kreistagsabgeordneten, die er oft für seine Vorschläge gewinnen konnte. Er konnte es aber auch respektieren, wenn der Kreistag ihm zuweilen nicht folgte. Es gelang ihm oft zwischen den Fraktionen zu vermitteln, so dass wichtige Entscheidungen – auch gerade die Haushaltsentscheidungen – mit großer Mehrheit im Kreistag gefasst werden konnten.

Graf Schwerin war Verwaltungsjurist, wie viele seiner Amtsvorgänger und damaligen Amtskollegen. Er hatte aber breiten Überblick über die vielen Fachgebiete der Kreisverwaltung und paarte sein Wissen mit politischem Gespür. Er suchte stets zu unterscheiden zwischen kurzzeitigen politischen „Modetrends“ und wirklichen Zukunftsentwicklungen. Sein besonderes Augenmerk galt den Kreisfinanzen. Er sorgte für ausgeglichene Haushalte und hinterließ keine Schulden. Ein weiterer Schwerpunkt war die Sportförderung, die bis heute hin im Lande als vorbildlich gilt. Das enge Netz an Sportplätzen und –hallen im Kreis Segeberg ist auch sein Verdienst.

Für die Mitarbeiter der Kreisverwaltung war er ein strenger Vorgesetzter. Er führte die Verwaltung „an straffer Leine“, wurde aber gerade dafür auch respektiert.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Kreis Segeberg in der Amtszeit Graf Schwerin von Krosigks auch wirtschaftlich eine gute Entwicklung zu verzeichnen hatte. In seinem letzten Verwaltungsbericht 1990 formulierte er: „Der Kreis Segeberg liegt bei allem, was Zuwachs anbelangt, ob es sich um Einwohnerzahlen oder die Entwicklung der Wirtschaft, um die Schaffung neuer Arbeitsplätze oder um die Steuerkraft der Gemeinden handelt, weit vorn im Land, meist an erster oder zweiter Stelle. Auch in seinen Investitionen zur Verbesserung des Umweltschutzes ist er führend ….“

„Der Kreis Segeberg gratuliert und dankt dem früheren Landrat für eine lange und erfolgreiche Amtszeit. Wir freuen uns, dass er sich auch 25 Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt guter Gesundheit erfreut und weiter sichtbar am öffentlichen Leben Anteil nimmt“, schreibt der Kreispräsident.