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Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“: Berufsschüler*innen backen und verkaufen 300 Pizza-Zungen für den guten Zweck

Kreis Segeberg. 300 selbstgemachte Pizza-Zungen haben die Auszubildenden des Bäckereihandwerks (Bäcker*innen und Fachverkäufer*innen) vom Berufsbildungszentrum (BBZ) Bad Segeberg an Schüler*innen und Lehrer*innen verkauft. Das Besondere daran waren aber nicht nur Herstellung und Verkauf, sondern vor allem die Verpackung: Papiertüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ und der Telefonnummer des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“. Der Erlös geht an ein soziales Projekt, das die Selbstbehauptung behinderter Frauen stärken soll.

Am 25. November war der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen – ein jährlicher Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen. Die Tüten-Aktion, an der neben dem BBZ auch Bäckereien aus dem gesamten Kreis teilgenommen hatten, ist in Schleswig-Holstein eine gemeinsame Aktion des Landesinnungsverbands des Bäckerhandwerks, der Gleichstellungsbeauftragten, der lokalen Bündnisse „Gewalt gegen Frauen“ sowie „KIK – Netzwerk häuslicher Gewalt“. Bis zum 30. November machte eine Aktionswoche auf das Thema aufmerksam.

Thema im Unterricht

Im Vorfeld der Back- und Verkaufsaktion hatten sich die Berufsschüler*innen im Unterricht mit der Thematik „Häusliche Gewalt“ befasst. Dabei erfuhren sie unter anderem, dass rund 30 Prozent aller Mädchen und Frauen ab 15 Jahren zumindest einmal in einer Beziehung körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren. Das belegt eine aktuelle Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

„Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich für das Thema zu sensibilisieren. Nur so können weitere Gewalttaten verhindert werden“, sagte Tanja Brodzinski von der Kreis-Gleichstellungsstelle. „Die Tüte soll ein niederschwelliges Angebot sein“, ergänzte die stellvertretende BBZ-Schulleiterin Karin Pätzold. Wer sich beispielsweise nicht traut, eine Nachbarin direkt auf einen Verdacht anzusprechen, könne die Tüte mit der Nummer des Hilfetelefons einfach in den Briefkasten werfen, so Beate Mönkedieck, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Segeberg. Pätzold findet die Aktion wichtig, um junge Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen. Deswegen sei das BBZ in diesem Jahr auch bereits zum zwölften Mal dabei gewesen.

Seit 1999 offiziell Protesttag

Der Gedenktag geht zurück auf den Tod der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst gefoltert, vergewaltigt und ermordet worden sind. Sie waren im Untergrund tätig und beteiligten sich an Aktivitäten gegen den Diktator Trujillo. Lateinamerikanische und karibische Frauen haben deshalb im Jahr 1981 den 25. November als internationalen Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen ausgerufen. 1999 übernahmen die Vereinten Nationen offiziell den Protesttag.

Die Organisatorinnen der Aktion decken sich mit Pizza-Zungen ein (von links): die stellvertretende BBZ-Schulleiterin Karin Pätzold, Tanja Brodzinski von der Kreis-Gleichstellungsstelle und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Segeberg, Beate Mönkedieck.

© Kreis Segeberg
Autor: Sabrina Mülelr