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Haus B Kreisverwaltung

Thema Fachkräftemangel

Moderner Arbeitgeber statt verstaubte Amtsstube: Kreis punktet mit flexiblen Arbeitszeiten und Familienfreundlichkeit

Kreis Segeberg. Eine Stelle im öffentlichen Dienst wird ausgeschrieben und niemand bewirbt sich: Dieses Problem zieht sich durch alle Bundesländer und Kommunen jeder Größe. Bereits jetzt sorgt der Fachkräftemangel dafür, dass in vielen Verwaltungen ausgeschriebene Stellen unbesetzt bleiben. Letztendlich geht diese Entwicklung zulasten der Bürgerinnen und Bürger, da Aufgaben nicht in der gewohnten Schnelligkeit erfüllt werden können.

Der Fachkräftemangel ist also in den Behörden angekommen und wird sich in den nächsten Jahren Prognosen nach weiter verschärfen. „Dabei bieten wir viele Vorteile, mit denen die freie Wirtschaft nicht mithalten kann“, sagt Kreis-Personalchefin Christiane Rimbach. „Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird bei uns gelebt – über Telearbeit und flexible Arbeitszeiten bis hin zur Notfallbetreuung für zu pflegende Angehörige und/oder Kinder.“
„Wir sind ein moderner und innovativer Arbeitgeber mit den vielfältigsten Berufsgruppen.“ Und egal ob Sozialpädagogin, Verwaltungsfachangestellte, Tierarzt, Ärztin, Bauzeichner, Ingenieurin oder Meister: „Unsere Kommunalverwaltung ist äußerst spannend und abwechslungsreich. Das Klischee der verstaubten Amtsstube können wir ganz schnell wiederlegen“, sagt Christiane Rimbach. Die Zusammenarbeit mit den politischen Gremien und die strategische Ausrichtung hin zur „digitalen Kreisverwaltung“ würden die Arbeit ergänzen. „Hier sind wir schon mitten auf dem Weg, mitten im Wandlungsprozess zum digitalen Dienstleister mit weiterhin offenem Ohr für unsere Bürgerinnen und Bürgern. Hierfür benötigen wir an allen Stellen der Kreisverwaltung engagierte und motivierte neue Mitarbeitende, die sich mit uns und unseren Tätigkeiten identifizieren können.“

Der Kreis Segeberg schreibt in diesem Jahr über 50 neue Stellen aus – einen Großteil davon im sozialen Bereich. „Warum zum Kreis Segeberg kommen?“, fragt Christiane Rimbach, um die Antwort sogleich hinterherzuschieben. „Ganz einfach: Weil kaum ein anderer Arbeitgeber so viele Möglichkeiten und gleichzeitig Sicherheit bieten kann.“ Neben dem bereits genannten sind das beispielsweise Weiterbildungsmöglichkeiten, Ferienmaßnahmenbezuschussung, Betriebssport und Jahressonderzahlungen.

Zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung berichten hier aus Ihrem Arbeitsalltag und stellen heraus, was den öffentlichen Dienst entgegen so mancher Vorurteile attraktiv für sie macht:

• Friederike Engelhardt (Fachdienst Grundsatz- und Koordinierungsangelegenheiten Soziales und Integration)
• Gabriele Seidel (Fachdienst Gesundheit)
• Julian Witte (Fachdienst Fleischhygiene)


Zahlen & Fakten:

Beim Kreis Segeberg…
• arbeiten derzeit rund 918 Frauen und Männer
• absolvieren derzeit 20 junge Menschen eine Ausbildung
• gibt es sechs Fachbereiche mit mehr als 40 Fachdiensten, in denen Menschen aus über 20 unterschiedlichen Berufen arbeiten
• gehen in den kommenden Jahren 47 Mitarbeitende in den Ruhestand
• werden im Laufe des Jahres über 50 neue Stellen ausgeschrieben
• liegt das Durchschnittsalter der Beschäftigten bei 47 Jahren
• arbeiten 574 Frauen und 344 Männer
• gibt es Betriebssport (Klettern, Schießen, Laufen, Volleyball, Bowling und Fußball)
• gibt es neben einer Kindernotfallbetreuung auch eine Notfallbetreuung für pflegebedürftige Familienangehörige

Aktuelle Stellenangebote des Kreises Segeberg sind unter folgendem Link auf der Karriereseite des Kreises zu finden: https://karriere.segeberg.de/stellenangebote.html


Beim Integrationsfachdienst für Geflüchtete ist „kein Tag ist wie der andere“

Frederike Engelhardt

Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr stand für Friederike Engelhardt fest: Sie möchte im sozialen Bereich arbeiten. Eigentlich. „Der Umgang mit den behinderten Menschen hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber ich habe gemerkt, dass man nie so viel Zeit für sie hat, wie man gern hätte. Und da fühlte ich mich auf Dauer schlecht.“ Deswegen entscheid sich die gebürtige Berlinerin für eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Freien und Hansestadt Stadt Hamburg. Seit Juli 2017 arbeitet die 31-Jährige nun bereits beim Kreis Segeberg – und ist damit letztlich doch wieder im Sozialen angekommen.

Im Fachdienst „Grundsatz- und Koordinierungsangelegenheiten Soziales und Integration“ ist sie unter anderem für die Auszahlung der Integrations- und Aufnahmepauschale sowie den Integrationsfestbetrag an die Kommunen des Kreises Segeberg zuständig. Sie kümmert sich aber auch darum, dass die rund 75 Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Schackendorf ihre monatlichen Leistungen ausbezahlt bekommen und krankenversichert werden. Zudem bewilligt sie verschiedene Kostenübernahmen durch den Kreis, zum Beispiel Dolmetscherleistungen, Zahnersatz, Schwangerschaftsmehrbedarf oder Erstausstattung bei Geburt.

Ihr Klientel sind also Asylsuchende – mit und ohne Perspektive, in Deutschland bleiben zu dürfen. Hinzu kämen häufig psychische Erkrankungen sowie Suchtprobleme. „Es muss einem bewusst sein, dass es nicht immer einfach ist, mit diesen Menschen zu arbeiten. Oftmals fehlen Deutschkenntnisse, was die Kommunikation erschwert. „Allerdings konnten wir uns bisher immer mit Händen und Gesten verständigen, wenn die Dolmetscher einmal nicht zugegen waren.“ Diejenigen, die das alles nicht als Hürde sehen, „bekommen ein Aufgabenfeld, das sie frei gestalten können und das durch sein Klientel, geprägt von verschiedenen Sprachen, Schicksalen, kulturellen Hintergründen und Herkunftsländern, niemals eintönig wird“, sagt Friederike Engelhardt.

Gestartet hatte Friederike Engelhardt damals beim Kreis mit einer 20-Stunden-Woche. Innerhalb des vergangen Jahres konnte sie gleich zweimal ihre Stunden aufstocken – zuletzt auf 30 in der Woche. „Ich bin sehr froh, dass ich die Arbeitsstunden an meine Lebenssituation anpassen konnte“, sagt die zweifache Mutter. Zudem biete der öffentliche Dienst einen sicheren Arbeitsplatz und eine flexible Arbeitszeiteinteilung. „Das erleichtert es sehr, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bekommen.“ Ergänzt werde das Ganze durch Teambildungsmaßnahmen und zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten – fachlicher, aber auch persönlicher Art.

„Bei uns im Fachdienst sind wir ein junges, aufgeschlossenes und fröhliches Team. Und auch wenn’s mal hart auf hart kommt, weiß ich, dass ich mich zu 100 Prozent auf die anderen verlassen kann. Wir halten zusammen.“

„Kein Tag ist wie der andere“, sagt die 31-jährige Wahlstedterin. Aber wer damit klarkommt und mit Langeweile wenig anfangen kann, sei in ihrem Team genau richtig – egal ob als Verwaltungsfachkraft oder aus dem Bereich der Sozialpädagogik.


„Öffentliche Gesundheit ist eine wichtige und spannende Aufgabe“

Gabriele Seidel

Bei einer Behörde arbeiten? Das hatte Gabriele Seidel zunächst „gar nicht auf dem Schirm“, wie sie sagt. Die Gynäkologin, die zuvor im Krankenhaus und in einer Praxis arbeitete, wurde durch eine Freundin auf eine freie Stelle beim Kreis Segeberg als Amtsärztin aufmerksam gemacht. „Obwohl ich anfangs noch dachte, meine bisherige Tätigkeit hat nur wenig mit den Anforderungen als Amtsärztin gemeinsam, habe ich mich beworben, wurde eingeladen und konnte einen Vormittag lang im Gesundheitsamt in die Arbeitswelt einer Kreisverwaltung schnuppern.“ Seit rund zweieinhalb Jahren ist sie mittlerweile als Amtsärztin in Segeberg im Einsatz.

„In der Klinik hatte ich zum Teil 60- bis 80-Stunden-Wochen, Nacht- und Wochenenddienste“, blickt die 50-Jährige zurück. „Lebenszeit bekommt man nicht zurück“ und so sei die Möglichkeit, beim Kreis in Teilzeit arbeiten zu können, ein großes Plus. Bei 33 Arbeitsstunden in der Woche bleibt noch genügend Zeit für ihren neunjährigen Sohn. Notfälle gibt es nicht, was das Leben für Seidel planbarer macht. „Und der öffentliche Dienst beziehungsweise das öffentliche Gesundheitswesen sorgt auch privat für Sicherheit: Das unbefristete Arbeitsverhältnis ist beispielsweise bei Bankgeschäften oder Wohnungssuche unglaublich hilfreich.“

Ihr Aufgabenfeld beschreibt die Medizinerin als „breit gefächert“. Ein Aufgabenfeld im amtsärztlichen Bereich ist die Untersuchung von Gutachter-Patienten, wenn es beispielsweise um Verbeamtungen, Erwerbsfähigkeit, Dienstfähigkeit, Eingliederungshilfe oder das Thema Ernährung geht. „Ich habe zu allen Fachgebieten Schnittstellen und das ist sehr spannend.“ Als Gynäkologin arbeite sie nun zwar zumeist in ganz anderen Bereichen als vorher, „aber alle Ärzte haben ein Studium durchlaufen und können altes Basiswissen auffrischen“. Zumal der Kreis darüber hinaus gute Fortbildungsmöglichkeiten anbiete und es sich deutlich einfacher als in Klinik oder Praxis gestalte, diese auch wahrzunehmen.
Weitere Tätigkeitsbereiche sind der Infektionsschutz und das Thema Hygiene sowie die Arbeit im Kinder- und jugendärztliche Dienst (KJD) – für Seidel ein „buntes Bonbon“. Zum KJD gehören auch die Schuleingangsuntersuchungen. „Das Arbeiten mit Kindern ist wirklich etwas ganz Tolles und Positives“, sagt Seidel, der es große Freude bereitet, den untersuchten Kindern im Beisein deren Eltern mitzuteilen, dass sie nun bald in die Schule gehen dürfen. „Die Einschulung ist ein Meilenstein im Leben und ich darf die frohe Botschaft verkünden.“

Zunächst war es für Seidel nicht ganz einfach, sich auf das behördliche Arbeiten einzulassen. „Aber ich fand das von Anfang an interessant und während ich vorher rein praktisch tätig war, habe ich nun die Möglichkeit, Dinge zu überschauen und in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Dazu gehört auch der Austausch mit anderen Gesundheitsämtern und dem Ministerium in Kiel“, so Seidel, die glaubt, dass sich in der Gemeinschaft mehr bewegen lässt. „Und auch wenn ich nicht mehr im eigentlichen Sinn behandele, so berate ich ja immer noch und gebe Tipps. Und auch auf diese Weise kann ich Menschen helfen und komme meiner Fürsorgepflicht nach.“

Für Seidel ist das öffentliche Gesundheitswesen „eine ganz wichtige Ergänzung zum Klinik- und Praxisbereich“. Es sei die Schnittstelle für viele Gebiete, die die Länder- und sogar Weltgesundheit betreffen – vor allem in Zeiten einer weltweiten Mobilität. „Ich arbeite in einem sehr spannenden und verantwortungsvollen Bereich und bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein.“


„Herausfordernde, aber erfüllende Arbeit zum Wohl von Mensch und Tier“

Julian Witte

Tierschutz ist für Julian Witte eine Herzensangelegenheit. Und weil er auch das Thema Verbraucherschutz reizvoll findet, hat er sich auf die freie Stelle als amtlicher Tierarzt an einem Schlachthof beworben – und den Job beim Kreis Segeberg bekommen. Seit Juli 2018 ist er dort beschäftigt. „Ich weiß, dass ich hier eine sehr wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe im Rahmen der Lebensmittelüberwachung übernommen habe“, sagt der 31-Jährige. „Das ist eine herausfordernde, aber erfüllende Arbeit, der ich mich gerne stelle.“

Julian Witte studierte in Berlin Veterinärmedizin und arbeitete vor seiner Zeit beim Kreis in einer Tierarztpraxis am Niederrhein sowie in einer Rinderpraxis in Schleswig-Holstein. Jetzt ist er beim Kreis Segeberg als amtlicher Tierarzt im Fleischhygieneamt Bad Bramstedt eingestellt. Dort war er zunächst sechs Monate in der Fleischbeschau am Schlachtband eines Großschlachthofs im Einsatz, seit Februar 2019 arbeitet er im Innendienst.

Den Wechsel von der freien Wirtschaft in den öffentlichen Dienst hat der gebürtige Nordrhein-Westfale bislang kein einziges Mal bereut. Im Gegenteil: „Für mich überwiegen ganz klar die Vorteile gegenüber meinen vorherigen Jobs. Ich arbeite unabhängig, habe gute Aufstiegschancen, geregelte Arbeitszeiten und erhalte eine leistungsgerechte und meinem Ausbildungsgrad angemessene Bezahlung. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist“, so der Wahl-Armstedter.

Julian Witte kontrolliert, ob sich der Großschlachthof an die gesetzlich vorgeschriebenen Tierschutzbestimmungen und Hygienevorschriften hält. Zudem überwacht und beurteilt er im Sinne des Verbraucherschutzes die Qualität des Fleisches. „Bereits während meines Studiums haben mir das Schlachthofpraktikum und die vertiefte Ausbildung in diesem Themengebiet viel Spaß gemacht. Jetzt beim Kreis erfülle ich eine wichtige Aufgabe und darf selbstständig und verantwortungsvoll handeln.“

Sobald wie möglich möchte Julian Witte nun vom Angestellten- ins Beamtenverhältnis wechseln und das dafür nötige Examen ablegen. „Ich fühle mich hier einfach wohl und möchte bleiben. Nicht zuletzt sind es auch die Kollegen, die für diese positive Arbeitsatmosphäre sorgen. Zudem ist meine Arbeitsstelle sicher und ich habe eine zusätzliche Rentenversorgung im Rahmen des öffentlichen Dienstes. Was will ich mehr?“