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Wie sieht die Altenhilfe von morgen aus?

Kreis nimmt an Zukunftskonferenz teil

Bei einer Konferenz zur Zukunft der Altenhilfe in Schleswig-Holstein haben Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Kirche, Diakonie und anderen Verbänden am Mittwoch in Rendsburg ein Zukunftsmanifest verabschiedet. Es zeigt vier Wege auf, die auch in 20 Jahren ein würdevolles Leben im Alter ermöglichen sollen. Demnach müssen gerade im ländlichen Bereich neue Orte der Begegnung geschaffen, moderne Technologien gefördert und die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt gestärkt werden. Die Konferenz war der Höhepunkt des Projektes „Zukunft der Altenhilfe in Schleswig-Holstein 2033-2045“, kurz ZASH2045. Der Kreis Segeberg war hierbei zusammen mit dem Kreis Nordfriesland Modellregion.

Gemeinsam mit dem „ISÖ - Institut für Sozialökologie“ in Siegburg entwickelte die Diakonie Schleswig-Holstein in den vergangenen eineinhalb Jahren mehrere Szenarien für die Altenhilfe. Dazu wurden unter anderem im Kreis Segeberg
„Zukunftswerkstätten“ durchgeführt, an denen sich Vertreter des Kreises, von Kirchengemeinden, diakonischen Anbietern, der Wirtschaft, der Landfrauen aber auch (künftige) Senioren beteiligten. Anschließend konnten die Bürger des
Kreises bei einer Online-Umfrage über die Szenarien abstimmen.

Der Fokus der Untersuchungen lag im ländlichen Raum. „Angesichts des demografischen Wandels und zunehmenden Fachkräftemangels besteht dort besonders hoher Handlungsbedarf“, so Prof. Michael Opielka vom „ISÖ - Institut
für Sozialökologie“. Nach Berechnungen des Statistikamtes Nord werden 2030 fast 36 Prozent der Menschen in Schleswig-Holstein 60 Jahre und älter sein. Die Zahl der Hochbetagten steigt bis dahin um 83.500, das ist ein Plus von 53,6
Prozent. Besonders hoch fällt dieser Anstieg in ländlichen Regionen aus. Bei der Online-Umfrage, die in ganz Schleswig-Holstein lief, sprach sich eine Mehrheit für ein Zukunftsszenario zur Altenpflege aus, bei dem ein generationsübergreifender, kollektiver Gedanke im Vordergrund steht. Grundlage dafür sollen eine aktive Sozialplanung, gezieltes staatliches Handeln, ein Grundeinkommen, ein neuer Generationenvertrag und ein passgenaues Zusammenspiel von professionellen Pflegeangeboten und ehrenamtlicher Hilfe sein.

Welche Voraussetzungen für dieses Szenario schon heute geschaffen werden müssen, darüber diskutierten die Teilnehmer der Konferenz in mehreren Gesprächsrunden und so genannten „Ideenwerkstätten“. Landrat Jan Peter Schröder stellte das erst kürzlich eingeweihte Mitfahrnetz des Kreises vor, das Bürgern eine praktische Alternative zum eigenen Auto und eine Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bieten soll. Dazu werden überall in der Region an markanten Punkten „Mitfahrbänke“ aufgestellt, die als Start- und Zielorte für die Fahrten dienen sollen. Ziel sei eine großflächige Vernetzung mit Kommunen, Praxen, Geschäften und weiteren Partnern aus der privaten Wirtschaft. „Denn nur so entsteht eine starke Gemeinschaft, die viele Vorteile für alle Beteiligten mit sich bringen wird“, ist der Landrat überzeugt.

Kontrovers diskutiert wurde unter anderem der Einsatz neuer Technologien, zum Beispiel von Pflegerobotern. Sie könnten das Leben im Alter in der eigenen Wohnung erleichtern und die Vernetzung von Familien, Freiwilligen und Fachkräften verbessern. Allerdings ist ihr Einsatz mit Ängsten und Hemmungen verbunden; eine Förderung und angemessene Beratung sind daher unabdingbar.

Schließlich spricht sich das verabschiedete Zukunftsmanifest für neue Mobilitätskonzepte und mehr Barrierefreiheit – gerade im ländlichen Bereich – aus.

Die Ergebnisse des Projekte ZASH45 sollen im Mai dem Sozialministerium Schleswig-Holstein übergeben werden. Darüber hinaus prüft die Diakonie, wie das Projekt praxisnah fortgeführt werden kann.

Mehr über das neue Mitfahrnetz des Kreises Segeberg finden Sie im Internet unter: www.mitfahrnetz-se.de.

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