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Vierter Keuchhusten-Fall im Bereich Bornhöved/Trappenkamp bestätigt - Grund zur Panik besteht aber nicht

Im Bereich Bornhöved/Trappenkamp ist am heutigen Dienstag der vierte Keuchhusten-Fall ärztlich bestätigt worden.

Insgesamt ermittelt der Fachdienst Infektionsschutz des Kreises somit aktuell in vier gemeldeten Keuchhustenfällen, die Bezug zu drei Gemeinschaftseinrichtungen in der Region Bornhöved/Trappenkamp haben: zur Grundschule Trappenkamp, zur Sventana- Schule Bornhöved sowie seit gestern auch zur Richard-Hallmann-Schule Trappenkamp (RHS). Das Gesundheitsamt des Kreises weist in diesem Zusammenhang aber ausdrücklich darauf hin, dass bisher nach wie vor kein Ausbruch der Erkrankung vorliegt und es für die Bürger keinen Grund zur Panik gibt.

„Das Besondere an der Situation ist, dass wir bislang keinen direkten Zusammenhang zwischen den vier Infektionen feststellen konnten. Im Raum Bornhöved/Trappenkamp haben wir die Nachweise zweier verschiedener, nah verwandter Erreger nebeneinander, die beide die Keuchhustenerkrankung verursachen. „Es gibt somit im Moment keine nachvollziehbare Infektkette“, sagt Gesundheitsamtsleiter Dr. Boris Friege. „Aber wir unterschätzen die Lage nicht“, so Friege weiter. Im Moment setzt der Infektionsschutz seine gewohnten Ermittlungen und Maßnahmen wie Schulbetretungsverbote fort – erweitert um die gestern und heute gemeldeten Fälle. Zudem befinden sich das Gesundheitsamt und das Gesundheitsministerium des Landes in einem ständigen Informationsaustausch.

Aufgrund der langen Inkubationszeit, also der Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome, sowie der langen Ansteckungsfähigkeit bei Keuchhusten, rechnet Friege mit einer längeren Ermittlungsdauer, die Wochen
andauern wird. Die Inkubationszeit beträgt etwa sechs bis 20 Tage. Bei Erkrankungsbeginn ist das Risiko, andere anzustecken, am höchsten. Danach sinkt das Ansteckungsrisiko, kann aber insgesamt bis zu fünf Wochen andauern.

Bei allen Ermittlungen und Maßnahmen des Infektionsschutzes wird laut Friege der Verwaltungsgrundsatz der Angemessenheit berücksichtigt. Das bedeutet, dass zum Beispiel ganzer oder teilweiser Unterrichtsausfall eine souveräne Entscheidung jeder betroffenen Schule ist und auch bleiben wird. „Wir ermitteln in einem definierten und angemessen-begrenzten Kontaktpersonenumfeld und sprechen Schulbetretungsverbote gezielt und individuell aus“, so Friege.

Der Gesundheitsamtsleiter warnt vor einer übermäßigen Verunsicherung: „Wer Krankheitszeichen hat, sollte einen Arzt aufsuchen, wie immer. Ohne Krankheitszeichen gibt es aber keinen Grund, bei seinem Arzt eine bestimmte Diagnostik wie einen Abstrich zur Keuchhustendiagnostik einzufordern.“ Viel wichtiger sei es, dass der Impfpass regelmäßig auf mögliche Impflücken bei Standardimpfungen – wie gegen Keuchhusten – gecheckt würde. Eine Studie des Robert-Koch-Institutes in Zusammenhang mit Keuchhusten-Ausbrüchen in Kiel hatte 2015 ergeben, dass ein Großteil der Keuchhusteninfektionen durch Impfungen hätte vermieden werden können. „Jede Impflücke sollte zügig geschlossen werden“, empfiehlt der Mediziner.

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