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Wappen Kreis Segeberg
 
10.08.2020

Mit KOMBINE kommt Bewegung in den Kreis: Projekt läuft seit einem Jahr in drei Gemeinden  

Kreis Segeberg. Im März 2019 kam die Nachricht, dass der Kreis Segeberg eine von bundesweit sechs Modellregionen ist und damit Teil des bundesweiten Bewegungsförderungsprojektes KOMBINE (Kommunale Bewegungsförderung zur Implementierung der Nationalen Empfehlungen). Seither ist einiges passiert.

Im Rahmen des Projektes sollen auf kommunaler Ebene modellhafte Strukturen für Bewegungsförderung aufgebaut werden. Diese sollen nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern auch praxisnah sein. Im Kreis Segeberg fiel die Wahl im vergangenen Jahr auf die drei Modellgemeinden Fahrenkrug, Trappenkamp und Weddelbrook. Dort treffen sich seither regelmäßig Arbeitsgemeinschaften aus Bürger*innen, politisch Verantwortlichen und lokalen Basisexpert*innen, die beispielsweise aus Sportvereinen oder Familienzentren kommen. Gemeinsam überlegen sie, welche Bewegungsmaßnahmen für ihre Gemeinde die passenden sind.

2019 erhoben die örtlichen Gruppen den Bedarf, sammelten Ideen und setzten Prioritäten. Seit Beginn dieses Jahres arbeiten sie intensiv an der Umsetzung. Dabei ist es den Gemeinden selbst überlassen, an welchen Stellschrauben sie drehen möchten, ob sie an bestehende Strukturen anknüpfen oder völlig frei etwas Neues entwickeln wollen, um ihre Bürger*innen zu mehr Bewegung zu bringen.

Bei den Maßnahmen kann es sich um Sportangebote, neue Bewegungsräume, strukturelle Veränderungen wie das Schaffen von Rad- oder Wanderwegen oder persönliche, also verhaltensbezogene Maßnahmen wie das Aufstellen von Schildern und Plakaten handeln. Den Gemeinden sind nur wenige Grenzen gesetzt.

KOMBINE wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen gefördert. Um die Finanzierung von Maßnahmen durch verschiedene Fördermittel zu gewährleisten, müssen die Gemeinden häufig bestimmte Förderkriterien erfüllen. Dazu gehören unter anderem die Einbindung der Maßnahme in ein Gesamtkonzept (durch KOMBINE gegeben), die Sicherung der Nachhaltigkeit einer Maßnahme sowie das Einbringen von Eigenmitteln. Die Erprobungsphase endet im Dezember 2020.

Erste Projekte in der Umsetzung

Aufgrund der Corona bedingten Einschränkungen konnte die Arbeit nicht so intensiv weiterlaufen wie geplant, aber einige Maßnahmen sind trotzdem bereits in der Umsetzung, so beispielsweise in Weddelbrook der Aufbau eines neuen Spielplatzes und in Fahrenkrug eine Spaziergang-Gruppe. Bei Fragen sowie beim Stellen der Anträge standen und stehen den Mitgliedern der Gemeinde-Arbeitsgruppen Mitarbeiter*innen der Kreisverwaltung zur Seite.

„Nach einem Jahr Einarbeitung ist es nun unser Ziel, dass sich weitere Gemeinden des Kreises auf den Weg zu mehr Bewegung machen“, sagt Anna Oeltjen, Koordinatorin für kommunale Bewegungsförderung beim Kreis Segeberg, weswegen sich Interessierte gerne bei ihr melden sollen: Anna.Oeltjen@segeberg.de.

Deutsche sind Bewegungsmuffel

KOMBINE basiert auf den nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung, die 2018 von der BZgA herausgegeben worden sind. Grund dafür ist „ein drastischer Bewegungsmangel in der deutschen Bevölkerung“, wie Studien belegen. Laut einer Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) aus dem Jahr 2013 sowie der Motorik-Modul-Längsschnittstudie (MoMo) von 2019 bewegen sich rund vier Fünftel der Erwachsenen und drei Viertel der Kinder in Deutschland deutlich zu wenig. „Weltweit liegt Deutschland damit in der zweithöchsten Kategorie des Bewegungsmangels. Dabei verbessert ein körperlich aktiver Lebensstil die Gesundheit von Menschen in jedem Alter“, sagt Anna Oeltjen.

Mindestens 150 Minuten Bewegung in der Woche

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 Minuten Bewegung in der Woche mit moderater Intensität (zum Beispiel fünf Mal 30 Minuten) oder 75 Minuten in hoher Intensität. Zudem sollten an zwei Tagen in der Woche muskelkräftigende Aktivtäten durchgeführt werden. Säuglinge und Kleinkinder bis drei Jahre sollten sich so viel wie möglich bewegen; Kindergartenkinder ab vier Jahren eine Bewegungszeit von 180 Minuten oder mehr pro Tag erreichen. Ab dem Grundschulalter gilt: Mindestens 90 Minuten Bewegung am Tag.