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18.11.2019

Einmaliges Projekt gestartet: Kombination aus Integrationskurs und Kinderbetreuung hilft Müttern beim Ankommen in Deutschland

Kreis Segeberg. Nach mehr als einem Jahr Vorbereitungszeit ist jetzt ein für den Kreis Segeberg innovatives Projekt in die Praxis gestartet: die Kombination aus Integrationskurs für Mütter und Kinderbetreuung in nebeneinanderliegenden Räumen.

Wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration sind neben der Sprache das Kennen- und Verstehenlernen der Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland sowie der Strukturen im neuen Heimatland. Diese Bausteine sind Bestandteil von Integrationskursen. Die Kurse stehen grundsätzlich allen Personen offen, die als Flüchtlinge oder Asylberechtigte anerkannt sind. „Häufig können aber insbesondere Frauen dieses Angebot nicht wahrnehmen, weil sie zum Beispiel aufgrund ihrer Fluchterfahrung immer in unmittelbarer Nähe ihrer Kinder bleiben möchten“, erläutert Jörn Giesecke, Fachdienstleiter „Grundsatz- und Koordinierungsangelegenheiten, Soziales und Integration“. Anderen steht demnach schlichtweg keine adäquate Kinderbetreuung zur Verfügung. „In der Folge drohen diesen Personen eine Isolation und damit ein dauerhaftes Fremdfühlen in Deutschland“, so Giesecke weiter.

Pädagogische Betreuung im Levo-Park

Das neue Kursangebot soll genau dies verhindern. Um künftig allen die Teilnahme an einem Integrationskurs zu ermöglichen, haben die Volkshochschule (VHS) Bad Segeberg, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) – Kreisverband Segeberg, das Jobcenter Kreis Segeberg und der Kreis Segeberg nun das Projekt auf den Weg gebracht, das in dieser Form bisher einmalig ist: Kinder, die weder in einer Kindertagesstätte betreut werden noch zur Schule gehen, werden in Räumen des Levo-Parks in Bad Segeberg pädagogisch betreut, während ihre Mütter im Nachbarraum montags bis freitags den Integrationskurs für Frauen besuchen. „Diese Kombination ermöglicht den Müttern eine Teilnahme, ohne von ihren Kindern räumlich getrennt zu sein. Gleichzeitig stehen die Mütter bei Bedarf sofort für ihre Kinder zur Verfügung“, sagt Giesecke.

Um die Durchführung des Integrationskurses kümmern sich Mitarbeiter*innen der VHS. Die Volkshochschule ist bereits seit vielen Jahren in diesem Bereich tätig. Die Kinderbetreuung liegt bei Beschäftigten des DRK. Sie wurden eigens für dieses Projekt eingestellt. Durch die in dem Gebäude bereits betriebene Kindertagesstätte können Synergieeffekte genutzt werden.

An dem Integrationskurs sollen bis zu 20 Frauen teilnehmen, die das Jobcenter aus den von ihm betreuten Kundinnen mit Migrationshintergrund identifiziert. Zeitgleich können bis zu 15 Kinder betreut werden.

Die Durchführung (Personal, Material) des Integrationskurses wird vom Land finanziert. Der Kreis trägt die Kosten für die Miete (Kursraum und Raum der Kinderbetreuung) sowie die Personalkosten für die Kinderbetreuung. Diese belaufen sich auf 32.500 Euro.

Das Projekt läuft zunächst bis April 2020. Zu Beginn des kommenden Jahres werden die vier Projektpartner*innen die Maßnahme auswerten und der Kreispolitik damit eine Entscheidungshilfe an die Hand geben, ob das Projekt fortgeführt werden sollte.