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20.11.2019

Häusliche Gewalt beginnt im Verborgenen: Ausstellung im Kreishaus sensibilisiert für Warnsignale

Kreis Segeberg. Häusliche Gewalt beginnt fast immer unbemerkt und entwickelt sich im Verborgenen. Sie ist ein schleichender Prozess. Soziale Schicht oder Bildungsniveau spielen dabei keine Rolle. Aber es gibt Signale, die erkennen lassen, dass Kontrolle, Macht und subtile Formen von Gewalt im Spiel sind – für Betroffene, aber auch für Außenstehende. Daher ist es wichtig, bereits junge Menschen, die gerade selbst erste Erfahrungen mit Partnerschaft sammeln, für beginnende Anzeichen häuslicher Gewalt und mögliche Gefährdungen zu sensibilisieren. Dieses Ziel verfolgt die Ausstellung „Warnsignale häuslicher Gewalt“, die noch bis kommenden Mittwoch, 27. November, im Foyer des Kreishauses zu den allgemeinen Öffnungszeiten zu sehen ist.

Weltweit hat ein Drittel aller Frauen bereits Erfahrungen mit körperlicher und/oder sexueller Gewalt machen müssen – ausgeübt durch den Partner oder Ehemann; in der Europäischen Union ist es jede dritte Frau. „Es kann nicht sein, dass wir hier immer noch von einem Nischenthema sprechen und dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Gewalt gegen Frauen total normal ist“, sagte Aminata Touré bei der Ausstellungseröffnung. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen ist Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages sowie frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion.

Eigene Wünsche an Partnerschaft hinterfragen

Mit dem Besuch der Ausstellung und einem sich anschließenden Unterrichtsgespräch mit einer Fachfrau für Prävention und Intervention bei häuslicher Gewalt werden Schüler*innen in den nächsten Tagen geschult, mögliche Gefährdungen frühzeitig zu erkennen. Die Ausstellung soll sie dazu motivieren, über mögliche Gefahren in der eigenen Partnerschaft oder der von Freund*innen nachzudenken. Sie gibt Anstöße zur Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen und Vorstellungen von Partnerschaft. Darüber hinaus werden Hilfsmöglichkeiten vorgestellt – für Opfer von Gewalt, aber auch für die, die sie ausüben.

Texte in sechs Sprachen

Die Ausstellung umfasst insgesamt 15 Roll-Ups. Die Texte sind in sechs Sprachen zu lesen: Deutsch, Russisch, Französisch, Spanisch, Türkisch und Englisch. Das letzte Roll-Up „Frauenrechte sind Menschenrechte“ trägt die Erklärung der Vereinten Nationen über die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und ist auch in arabischer Sprache verfügbar.

Wer Interesse an einem begleiteten Besuch der Ausstellung hat, kann sich bei Barbara Eibelshäuser unter frauenzimmer-badsegeberg@t-online.de oder telefonisch unter 04551 3818 melden.

Veranstalterinnen der Aktion: Barbara Eibelshäuser von der Frauenfachberatungsstelle Bad Segeberg, Karin Pätzold vom Berufsbildungszentrum in Bad Segeberg, Beate Mönkedieck, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Segeberg, sowie Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Höppner-Reher und Tanja Brodzinski von der Kreis-Gleichstellungsstelle. Unterstützt wird die Ausstellung von der Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Sabine Sütterlin-Waack.

Bei der Ausstellungseröffnung (von links): Tanja Brodzinski, Beate Mönkedieck, Aminata Touré, Barbara Eibelshäuser und Karin Pätzold.

Sabrina Müller
© Kreis Segeberg