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01.10.2018

Im Kampf gegen multiresistente Erreger – Netzwerktreffen für Fachkräfte in Norderstedt

Kreis Segeberg. Eine bakterielle Infektion lässt sich meist gut mit einem Antibiotikum behandeln. Einige Bakterien sind jedoch unempfindlich gegenüber vielen Antibiotika. Experten sprechen in diesem Fall von multiresistenten Erregern – kurz: MRE. Um MRE in der Humanmedizin und um MRE in stationären Pflegeeinrichtungen geht es am Mittwoch, 24. Oktober, von 15 bis 17 Uhr beim zweiten MRE-Netzwerk-Treffen im Plenarsaal des Norderstedter Rathauses, Rathausallee 50. Veranstalter ist der Fachdienst Infektionsschutz und umweltbezogener Gesundheitsschutz des Kreises Segeberg in Zusammenarbeit mit Kreis-Gesundheitsplanerin Dr. Anna Walther.

Auf dem Programm stehen zwei Vorträge: Dr. Anne Marcic vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein informiert zum Thema „Multiresistente Erreger (MRE) in der Humanmedizin. Initiativen auf Bund-Länder-Ebene“; Katja Rittker vom Fachdienst Infektionsschutz und umweltbezogener Gesundheitsschutz spricht über „MRE in stationären Pflegeeinrichtungen“.

Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an Fachpersonal, also an Menschen, die in ambulanten oder stationären medizinischen oder pflegerischen Einrichtungen tätig sind beziehungsweise Akteure, die mit MRE-besiedelten Patienten arbeiten – zum Beispiel Ärzte, Notfallsanitäter, Krankenpfleger, Altenpfleger, Medizinische Fachangestellte und Hygienebeauftragte. Die Veranstaltung wurde von der Ärztekammer Schleswig-Holstein anerkannt und mit drei Punkten bewertet.

Mit der Veranstaltung baut der Kreis Segeberg seine Netzwerkarbeit in Sachen „multiresistente Erreger“ aus und veranstaltet das zweite MRE-Treffen in diesem Jahr. Auch im kommenden Jahr soll das Format beibehalten werden. Ziel ist es unter anderem, neben Informationen für unterschiedliche Gruppen auch die Kommunikation zwischen Schnittstellen wie stationärer Pflegeeinrichtung und Rettungsdienst zu verbessern. „Nach dem MRE-Netzwerktreffen im April freuen wir uns wieder auf zahlreiche Teilnehmer und einen lebhaften Austausch über Berufsgruppen hinaus“, sagt Kreis-Gesundheitsplanerin Dr. Anna Walther.

Eine Anmeldung per E-Mail ist möglich bis Freitag, 19. Oktober, unter MRE-Netzwerk@segeberg.de. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Hintergrund:

Bakterien vermehren sich fast immer durch Teilung. Aus einer Mutterzelle entstehen zwei identische Tochterzellen, die sich erneut teilen. Unter optimalen Bedingungen können sich manche Bakterienarten innerhalb von weniger als 20 Minuten verdoppeln, andere benötigen mehrere Stunden oder Tage. Da Bakterien sehr genügsam und widerstandsfähig sind und sich zudem schnell neuen Bedingungen anpassen, kann nach einer gewissen Anlaufphase die Bakterienzahl explosionsartig ansteigen. Das ist der Grund, warum sich einige bakterielle Erkrankungen wie Tuberkulose, Typhus, Cholera oder Pest seuchenartig ausbreiten, solange keine wirksame Therapie erfolgt.

Lange Zeit waren Mediziner überzeugt, dass bakterielle Erkrankungen dank Antibiotika wirkungsvoll und dauerhaft bekämpft werden können und daher keine Gefahr mehr für die Menschheit bedeuten. Doch Bakterien sind Überlebenskünstler: Sie können eine Widerstandsfähigkeit gegen das Antibiotikum erlangen. Als resistente Erreger werden jene Krankheitskeime bezeichnet, die eine Widerstandsfähigkeit gegen die Medikamente entwickelt haben, die zur Behandlung der Infektion eingesetzten wurden. Die Behandlung bleibt also unwirksam.

Ursachen für zunehmende Antibiotikaresistenzen:

  • vermehrter Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier
  • fehlerhafte Anwendung von Antibiotika: Wird eine Antibiotikatherapie zu früh abgebrochen oder falsch dosiert, steigt das Risiko einer Resistenzbildung. Denn jene Bakterien, die noch nicht abgetötet wurden, weil sie möglicherweise etwas      widerstandsfähiger sind, können sich weiter vermehren.