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05.03.2019

Fachstelle Kinderschutz warnt: Schütteln kann zu lebenslangen Schäden führen – Flyer und Film informieren über wichtiges Thema

Kreis Segeberg. Gefüttert. Gewickelt. Und trotzdem schreit das Baby weiter? Eine Stunde lang. Vielleicht sogar zwei oder drei. Ein schreiendes Baby zu beruhigen, ist nicht immer einfach. Verlieren Eltern dann für einen kurzen Moment die Kontrolle und schütteln ihren Säugling vor lauter Verzweiflung, kann das beim Kind zu lebenslangen Schäden führen. Ein Fakt, den viele nicht kennen. Gemeinsam mit dem Kinderschutzzentrum Ostholstein Segeberg möchte die Fachstelle Kinderschutz des Kreises Segeberg daher nun verstärkt auf die Thematik aufmerksam machen und verdeutlichen, warum ein Schütteltrauma so gefährlich sein kann.

Jährlich werden schätzungsweise zwischen 100 bis 200 Säuglinge und Kleinkinder mit Schütteltrauma in deutsche Kliniken gebracht. „Beim Schütteln wird der Kopf vor- und zurückgeworfen. Dabei kann es zu schweren Verletzungen im Gehirn kommen“, sagt Dagmar Kristoffersen von der Fachstelle. Blutgefäße und Nervenbahnen könnten reißen; Krampfanfälle sowie geistige und körperliche Behinderungen die Folge sein. „Zwischen zehn und 30 Prozent der Kinder sterben sogar“, so Kristoffersen weiter, die dazu rät, ein Kind sofort ins nächste Krankenhaus zu bringen, wenn jemand die Beherrschung verloren haben sollte.

Flyer gibt's im Internet sowie in Arztpraxen und Apotheken

Kürzlich fand zu diesem Thema in Bad Segeberg eine Fortbildung für Ärzte, medizinische Fachanstellte und pädagogische Fachkräfte statt, in der über die entwicklungspsychologischen Grundlagen von Säuglingen und Kleinkindern informiert wurde. In dem neuen Flyer der Fachstelle Kinderschutz „Ihre Nerven liegen blank?“ erfahren Mütter, Väter, Großeltern, Nachbarn und Babysitter, warum Babys schreien, wie sie richtig gehalten werden müssen und was helfen kann, wenn die Geräuschkulisse nicht enden will. Der Flyer ist im Internet zu finden unter www.fruehe-hilfen-kreis-se.de und liegt bei Ärzten sowie in Apotheken aus.

Wie Eltern ihr Baby trösten können, vermittelt darüber hinaus der neue Informationsfilm „Wenn Babys schreien: Über das Trösten und Beruhigen“. Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) hat den Film mit Förderung des Bundesfamilienministeriums zur Prävention von Schütteltrauma erstellt. Interessierte können den Film bei der Fachstelle Kinderschutz unter der Telefonnummer 04551 / 951-692 anfordern.

Je ruhiger die Eltern, desto entspannter das Kind

„Viele Eltern haben sich im Vorfeld so sehr auf ihr Baby gefreut und dann kommt vielleicht manches anders als erwartet. Ihr Baby schreit und schreit, dabei fehlt es ihm an nichts und es ist gesund. Auch langes und häufiges Schreien kann normal sein“, sagt Silke Orthmann vom Kinderschutzzentrum. Und auch wenn es schwer falle: „Je ruhiger die Eltern bleiben, desto besser kann sich das Kind entspannen. Wichtig ist es, sich in der Betreuung abzuwechseln, damit jeder Ruhephasen für sich hat.“

Hier gibt es fachliche Hilfe im Kreis Segeberg:

- Frühe-Hilfen-Anlaufstellen

  • Region West: Tausendfüßler Stiftung, Telefon 04191 / 919 09 28
  • Region Ost: Evangelisches Bildungswerk Kirchenkreis Plön Segeberg, Telefon 04551 / 95 51 11
  • Region Nord: Diakonisches Werk Altholstein GmbH, Telefon 04192 / 501 03 82
  • Region Norderstedt: Evangelische Familienbildung, Telefon 040 / 30 03 94 12

- Alle Kinderärzte

- Kinderschutzzentrum Ostholstein Segeberg, Telefon 04551 / 88 88 8

- Elterntelefon 0800 / 111 05 50 (montags bis freitags 9 bis 11 Uhr, dienstags und donnerstags 17 bis 19 Uhr)

- Müttertelefon 0800 / 333 21 11 (täglich von 20 bis 22 Uhr)

- Telefonseelsorge 111 01 11 und 111 02 22

- Online-Beratung für Eltern: www.bke-elternberatung.de

Flyer Schütteltrauma »
(PDF 3,9 MB)