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Haus B Kreisverwaltung
28.02.2019

Egal ob 18 oder 88: Neuer Erwachsenen-Sozialdienst des Kreises unterstützt kostenfrei in schwierigen Lebenssituationen

Kreis Segeberg. Herr Müller, 81 Jahre alt, lebt allein. Er ist gehbehindert und seit Monaten nicht aus der Wohnung gekommen. Fahrstuhl? Fehlanzeige. Auch Krücken, Rollator oder gar Rollstuhl hat er nicht. Er wüsste nicht einmal, wo er so etwas überhaupt bekommen könnte. Frau Schulze war noch keine 40, als ihr Ehemann vor drei Monaten starb. Das Haus muss sie nun alleine abbezahlen. Freunde haben sich abgewandt und ohne die täglichen zwei Flaschen Wein am Abend geht es schon länger nicht mehr. Wirklich helfen wollte ihr bisher niemand. Menschen im Kreis Segeberg mit diesen, ähnlichen oder auch ganz anderen Problemen bekommen seit Anfang des Jahres Unterstützung vom neu eingerichteten Erwachsenen-Sozialdienst des Kreises. Dieser läuft zunächst drei Jahre als Pilotprojekt und wird in den Regionen Bad Segeberg, der Stadt Wahlstedt und den Ämtern Trave-Land, Leezen, Itzstedt, Boostedt-Rickling und Bornhöved erprobt. Segeberg ist damit der erste Kreis in Schleswig-Holstein, der seinen Bürgerinnen und Bürgern ein solches Angebot zur Verfügung stellt.

„Unser Ziel ist es, Menschen in schwierigen Situationen zu begleiten, sie wieder zurück ins Leben zu holen und sie mit anderen zu vernetzen“, sagt Katja Lohmeier, Fachdienstleiterin „Betreuungsbehörde, Erwachsenen-Sozialdienst“. „Wir erleben oft eine große Hilflosigkeit und Schwierigkeiten dabei, für sich selbst zu sorgen“, erläutert sie. Das neue Angebot für alle Erwachsenen ist kostenfrei und vertraulich und soll Jung und Alt gleichermaßen ansprechen.

Wege für einen sorgenfreien Alltag finden

Beratungen sollen vor allem dort stattfinden, wo die Hemmschwelle gering ist und sich der Hilfesuchende sicher fühlt: Das ist oft in den eigenen vier Wänden. Es können aber auch Telefonate und Termine in der Kreisverwaltung stattfinden. „Wir sind da, wenn es Probleme mit Ämtern gibt oder der Stapel ungeöffneter Rechnungen immer höher wird“, sagt Lohmeier. Sie und ihr Team wollen Ängste und Scham nehmen und dabei helfen, neue Wege für einen sorgenfreieren Alltag zu finden. „Das kann zum Beispiel auch die Suche nach einer geeigneten Selbsthilfegruppe sein.“ Das Team berät darüber hinaus auch Angehörige und versucht, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Der Erwachsenen-Sozialdienst hilft

  • bei finanziellen oder sozialen Schwierigkeiten,
  • in Krisensituationen,
  • bei psychischen Problemen oder Sucht,
  • bei chronischen Erkrankungen sowie
  • bei körperlichen Einschränkungen und vielem mehr.

200.000 Euro hat die Kreis-Politik im Jahr 2017 für das Pilotprojekt zur Verfügung gestellt, das Anfang dieses Jahres nach mehrmonatiger Planung nun gestartet ist. „Es gibt immer noch sehr viele Personen im Kreis Segeberg, die von den bereits bestehenden Hilfsangeboten nicht profitieren konnten. Das haben wir durch eine Befragung aller Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, der Kirchengemeinden, der ambulanten Pflegedienste sowie Beratungsinstitutionen im Jahr 2017 festgestellt“, sagt Lohmeier. Der Erwachsenen-Sozialdienst kann nun diese Menschen unterstützen, die manche Hürde nicht alleine nehmen können. „Auf diese Weise sind wir auch vorsorglich tätig und können Schlimmeres verhindern.“

Zu erreichen sind die drei Sozialpädagoginnen des Erwachsenen-Sozialdienstes telefonisch in der Kreisverwaltung in Bad Segeberg unter folgenden Rufnummern:

  • Dörte Meyer (Nachnamen mit den Anfangsbuchstaben A-E): 04551 951-855
  • Kerstin Schwarzloh (F-P): 04551 951-810
  • Annina Budnick (Q-Z): 04551 951-556)
Das Team des Erwachsenen-Sozialdienstes (von links): Katja Lohmeier, Kerstin Schwarzloh, Annina Budnick und Dörte Meyer.

Sabrina Müller
© Kreis Segeberg