Hilfsnavigation

Metropolregion Hamburg
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
Wappen Kreis Segeberg
 
Haus B Kreisverwaltung
27.07.2018

Klimagerechtes Bauen

Hitze, Starkregen, Sturm: Gebäude im Kreis Segeberg sind verschiedenen Wetterextremen ausgesetzt. Bedingt durch den Klimawandel werden diese künftig zunehmen. Sicherheit und Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden können darunter leiden. Um das zu verhindern, kann jeder Vorkehrungen treffen – beim Neubau gleichermaßen wie mit Umbaumaßnahmen an Dach, Fenstern und Fassade.

Das Dach als Schutzhelm

Das Dach schützt den Rest des Gebäudes vor Regen und Sonneneinstrahlung. Um diese Aufgabe auch bei schwierigen Wetterbedingungen optimal erfüllen zu können, sind unterschiedliche Vorkehrungen ratsam.

Stürme gibt es seit jeher im Kreis. In Deutschland sind Gebäude aufgrund ihrer Bauweise und vieler Vorschriften grundsätzlich bereits gut vor Windschäden geschützt. Die Dachziegel oder Dachsteine können zusätzlich mit Sturmhaken oder Sturmklammern gesichert werden. Dachaufbauten wie Solaranlagen, Antennen und Satellitenschüsseln bieten dem Wind besondere Angriffsflächen, die gesichert werden sollten.

Im Kreis Segeberg hat es in der Vergangenheit bereits Starkregenereignisse gegeben – das wird es auch zukünftig. Flachdächer, Dächer mit geringer Neigung und Dächer mit vielen Zwischenebenen sind besonders für Starkregenschäden anfällig. Wird neu gebaut, sollte das Dach deshalb eine ausreichende Neigung, wenig Zwischenebenen haben und einen raschen Abfluss des Wassers ermöglichen.

Gründächer verzögern den Regenabfluss und entlasten so bei großen Regenmengen die Abflusssysteme. Im Sommer haben sie zudem einen kühlenden Effekt. Denn bei Hitze können auf dem Dach Temperaturen von mehr als 80° C entstehen. Damit die Hitze nicht ins Innere gelangt und das Wohlfühlklima erhalten bleibt, ist vor allem im Bestand eine ausreichende Dämmung wichtig. Im Neubau sind helle oder weiße Dachdeckungen empfehlenswert. Sie reflektieren mehr Licht und heizen sich deshalb nicht so stark auf. Der Bebauungsplan regelt, ob helle Eindeckungen erlaubt sind.

"Hitzebrücke Fenster" vermeiden

Fenster sorgen für helle Räume und sind damit ein wichtiges Gebäudeelement. Ohne Vorkehrungen lassen sie aber auch Hitze ins Haus, denn Glas erhitzt sich unter Sonneneinstrahlung stark. Besonders über flachliegende Dachfenster gelangt Hitze leicht in die Wohnräume, da die Sonne direkt auf das Fensterglas scheint. Eine Alternative für weniger Hitze und ausreichend Helligkeit im Obergeschoss bieten Dachgauben mit senkrechten Fenstern.

Beim Neubau ist es deshalb im Vorwege wichtig die Größe, Lage, Art und Anzahl der Fenster am Haus zu durchdenken sowie den Einbau von Verschattungselementen zu berücksichtigen. Besonders effektiv sind von außen angebrachte Verschattungsmöglichkeiten für die Fenster wie Jalousien, Markisen oder Fensterläden. Alternativ sind speziell getönte Fenster oder das Anbringen einer Sonnenschutzfolie denkbar.

Fassade als Schutzmantel

Mauerwerk und Fassade sind ebenfalls kritische Elemente, über die im Winter Wärme verloren gehen und im Sommer Hitze eindringen kann. Der Neubau in monolithischer Bauweise, mit Außenwänden wie aus einem Guss, eignet sich besonders. Das Mauerwerk wird von außen und innen verputzt. Das Mauerwerk ist meist aus Beton, Kalksandstein oder gebrannten Tonsteinen und hat gute Dämmeigenschaften. Für die Dämmung im Bestand eignen sich besonders natürliche Baustoffe wie Kalkstein, Ziegel, Holz oder Stroh. Sie sind außerdem umweltverträglich. Für den optimalen Schutz vor Hitze sind neben den Materialien - genauso wie beim Dach - helle Farben für die Fassadengestaltung vorzuziehen.

Begrünte Fassaden haben ebenfalls positive Effekte bei Hitze: über die Verdunstung kühlen die Pflanzen die Umgebung ab und verschatten gleichzeitig die Fassade. Damit keine Schäden an der Fassade entstehen können, empfehlen sich Gerüstkletterarten wie Geißblatt, Blauregen, Waldrebe Kletterrose, Pfeifenwinde, Immergrüner Kletter-Spindelstrauch oder Klettertrompete. Efeu oder Wein sollten nur bei intakten Wänden gepflanzt werden. Ansonsten können weitere Schäden am Gebäude entstehen. Grundsätzlich bedarf jede Fassadenbegrünung aber einer gewissen Pflege, um Gebäudeschäden zu vermeiden.

Welches Wetter kann zum Risiko werden?

Bevor bauliche Maßnahmen durchgeführt werden, sollte überdacht werden, welche Risiken vor Ort relevant sind. Eine hohe Hitzebelastung mit negativen Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden ist vor allem in dicht bebauten städtischen Gebieten ein Thema. An Seen, Bächen oder Flüssen kann Hochwasser zur Gefahr werden. Mögliche Sturzfluten und Überflutungen sollten berücksichtigt werden, wenn das Haus an einem Hang, in einer Senke oder am Ende einer abschüssigen Straße liegt. Freistehende oder auf einer Anhöhe liegende Gebäude können durch Wind und Sturm beschädigt werden.

Je nach Lage des Grundstücks gilt es die eigene Betroffenheit und mögliche negative Effekte zu bestimmen und geeignete Gegenmaßnahmen zu finden.

Klimaanpassung und Klimaschutz zusammen denken

Viele Baumaßnahmen lassen sich so ausführen, dass zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können. Klimaschutz, Klimaanpassung, Barrierefreiheit oder Lärmminderung lassen sich oft kombinieren.

Die Gebäudedämmung ist ein gutes Beispiel wie sich Klimaschutz und Klimaanpassung ergänzen können. Im Winter wird weniger Heizenergie benötigt und die Wärmeversorgung lässt sich effizienter gestalten. Im Sommer werden die Wohnräume vor starker Erwärmung geschützt. Über den Fenstern angebrachte Solar-Module können zum Beispiel auch zur Verschattung von Fenstern im Sommer eingesetzt werden. Im Winter steht die Sonne dagegen tief genug, um unter den Modulen in die Fenster zu strahlen.

Die einzelnen Maßnahmen sollten zusammen mit einer fachkundigen Beratung geplant werden. Die Fachbetriebe hier vor Ort beraten Sie gerne.

Weitere Informationen

Difu (2017) Praxisratgeber Klimagerechtes Bauen

Universität Freiburg: Naturnahe Regenwasserbewirtschaftung

Infos

Die Klimaschutzkonzepte       des Kreises Segeberg:

integriertes Klimaschutzkonzept
(PDF 4,3 MB)
Teilkonzept Klimaanpassung

(PDF 2,6 MB)
Teilkonzept Liegenschaften  (PDF 7,9 MB)

Termine

16.06.2019

Stadtradeln auch 2019 »

im Kreis Segeberg weiterlesen
25.10.2018

40 Jahre Blauer Engel - aktionstag im kreishaus »

Aktionstag der Klimaschutzleitstelle und des Martin-Meiners-Fördervereins im Kreishaus
weiterlesen
10.06.2018

Stadtradeln 2018 »

Anmeldungen ab sofort möglich weiterlesen
13.03.2018

Workshop zu nachhaltiger Beschaffung »

am 13./14. März 2018 weiterlesen
08.11.2017

1. Energieforum »

beim Segeberger Wirtschaftstag weiterlesen
01.11.2017

Kreisenergiespartour »

Energieberatungs-Veranstaltung beim Deutschen Hausfrauenbund e.V. Wahlstedt weiterlesen
07.10.2017

Energie- & Klimaschutzwerkstatt »

in Henstedt-Ulzburg weiterlesen

Unterlagen vergangener Veranstaltungen können Sie hier einsehen

Verantwortlich / Ansprechperson

Herr Heiko Birnbaum »
Jaguarring 16
23795 Bad Segeberg
Telefon: +49 4551 951 522
Fax: +49 4551 951 99817
Raum: 209
Kontaktformular

Frau Sabrina Guder »
Jaguarring 16
23795 Bad Segeberg
Telefon: +49 4551 951 561
Fax: +49 4551 951 548
Raum: 209
Kontaktformular