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20.07.2018

Gesundheit im Klimawandel - Allergien, Zecken, Infektionen

Seit Beginn der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist die Durchschnittstemperatur in Schleswig-Holstein um 1,3 Grad angestiegen. Im Kreis Segeberg werden die Temperaturen weiter steigen. Was sich zunächst nicht so schwerwiegend anhört,  hat Auswirkungen auf die Gesundheit. Natur und Umwelt verändern sich und passen sich an. Allergien
und Infektionen können zunehmen. Allerdings kann jeder sein eigenes Risiko reduzieren.

Zecken als klare Gewinner

Zecken profitieren besonders vom klimawandelbedingten Temperaturanstieg. Sie finden bessere Lebensbedingungen vor, sodass ihre Anzahl wächst und sie in mehr Regionen Verbreitung finden. Mit den milderen und kürzeren Wintern werden die Zecken wahrscheinlich zudem früher und länger im Jahr aktiv.

Zecken sind in Deutschland bedeutende Überträger von Infektionskrankheiten wie Borreliose. Im Süden Deutschlands übertragen Zecken sehr häufig auch Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Der Kreis Segeberg ist aktuell zwar kein Risikogebiet, doch in der Vergangenheit sind vereinzelt FSME-Erkrankungen aufgetreten. Bei FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung, die eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute hervorruft. Borreliose ist dagegen eine bakterielle Infektion, die sich meist durch eine ringförmige, wandernde Hautrötung zeigt. Beide Erkrankungen sind behandelbar.

Zwar überträgt nicht jede Zecke FSME oder Borreliose, doch ein gewisses Risiko besteht. Davor gilt es sich zu schützen. Wer sich viel in FSME-Gebieten aufhält, z. B. im Urlaub, der kann sich vor seinem Urlaub impfen lassen. Ansonsten wird das Tragen von geschlossenen Schuhen, langen Hosen und Oberteilen mit langen Ärmeln empfohlen. Die Strümpfe sollten über die Hosenbeine gezogen werden. Auch Sprays und Cremes zur Abwehr von Zecken und Insekten können verwendet werden. Hier ist aber die zeitlich begrenzte Wirkung zu beachten. Nach dem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper gründlich auf Zecken abgesucht werden. Sie bevorzugen vor allem warme und weiche Hautstellen wie Kniekehlen, Leisten, Achseln, Bereiche hinter den Ohren und am Kopf bzw. Haaransatz .

Schlechte Nachrichten für Allergiker: Pollenbelastung nimmt zu

Eine Studie des Robert-Koch-Instituts hat ergeben, dass 30 % der Menschen in Deutschland von Allergien betroffen sind. Darunter leiden allein 14,8 % unter Heuschnupfen. Der Klimawandel kann die Situation für bereits Betroffene noch verschlimmern und auch zu vermehrten Neuerkrankungen führen. Die Gründe dafür liegen in steigenden Temperaturen, der erhöhten CO2-Konzentration in der Luft und der Ausbreitung invasiver Arten.

Aufgrund von milder Witterung im Frühjahr setzt die Pollensaison mittlerweile ca. 2 Wochen früher ein. Vor allem bei Gräsern kann so eine längere Pollensaison beobachtet werden.

Neben dem zeitlichen Faktor werden Allergien und ihre Symptome auch durch die Pollenmenge und das Allergiepotential von Pollen beeinflusst. Aufgrund der bereits eingetretenen Temperaturzunahme und einer erhöhten CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat die Pollenmenge der Pflanzen insgesamt zugenommen. Bei einer erhöhten Pollenkonzentration können allergische Erkrankungen häufiger auftreten, schwerer verlaufen und neue Sensibilisierungen hervorrufen. Es hat sich gezeigt, dass Pollen in Gebieten mit starker Luftverschmutzung eine höhere allergische Wirkung haben. Denn die Pollen verbinden sich mit Feinstaub und bilden ein allergenhaltiges Aerosol, das aufgrund seiner sehr kleinen Größe über die Atmung tief in die Lunge gelangen kann. Bei bereits sensibilisierten Personen kann eine Asthma-Erkrankung die Folge sein.

Wegen steigender Temperaturen fühlt sich mittlerweile auch das wärmeliebende Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia) hierzulande wohl. Sie wurde über verunreinigtes Vogelfutter aus den USA eingeschleppt. Da die Ambrosia erst im Spätsommer und Herbst blüht, verlängert sich die Pollensaison durch diese Pflanze. Zudem werden ihre Pollen als hochallergen eingestuft. In Hamburg gilt die Ambrosia bereits als etabliert. Auch im Süden Deutschlands sind bereits zahlreiche Standorte bekannt. In Schleswig-Holstein konnte sich die Pflanze bisher nicht durchsetzen. Es wurden zeitweise nur einzelne Pflanzen identifiziert - vor allem in Privatgärten und rund um die Vogelfutterplätze.

Das Vogelfutter wird mittlerweile gut kontrolliert. Doch wenn die Ambrosia entdeckt wird, kann die Ausbreitung durch Ausreißen der Pflanze gestoppt werden. Wichtig ist es, die Pflanzen in einem fest verschlossenen Plastikbeutel im Abfall zu entsorgen. So wird eine Vermehrung und Ausbreitung über den Kompost oder Grünschnittsammelstellen unterbunden. Bei Sichtung und Fragen zur Ambrosia wird darum gebeten das LLUR zu kontaktieren.

Hohe Temperaturen begünstigen Lebensmittelinfektionen

Offenkundig ist es bei höheren Temperaturen wichtig, Lebensmittel richtig aufzubewahren. Kühlung ist hier das Stichwort, da ansonsten Magen-Darm-Infektionen durch Bakterien drohen. Verderbliches lagert deshalb am besten im Kühlschrank.

Je nach Wettersituation können Krankheitserreger auch durch verschmutztes Trinkwasser, Badegewässer oder bei Überschwemmungen übertragen werden.

Ozon als gesundheitliche Belastung

Neben Pollen führen Luftverunreinigungen wie Ozon oder Feinstaub zu Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit. Ozon entsteht vor allem bei einer trockenen und heißen Witterung und einer starken Sonneneinstrahlung. Auch Feinstaub, der durch Verkehr oder Waldbrände in die Luft gelangt, stellt eine Belastung dar. Diese Luftschadstoffe wirken sich vor allem auf Erkrankungen von Herz-Kreislauf und der Atemwege aus. Viele Menschen sind im Sommer gern im Freien, sodass sie den Luftschadstoffen dann besonders ausgesetzt sind. Um Belastungen zu vermeiden, sollte in den Mittags- und Nachmittagsstunden mit hoher Ozonkonzentration auf starke körperliche Aktivitäten verzichtet werden.

Jeder kann einen Beitrag leisten, die Schadstoffkonzentrationen in der Luft so gering wie möglich zu halten, insbesondere an heißen Tagen. Fahrrad fahren beispielsweise erzeugt keine Emissionen. Auch Energieeinsparungen und saubere Energien vermindern die Emissionen.

Diese Beispiele verdeutlichen, dass der Klimawandel eng mit der menschlichen Gesundheit verbunden ist. Klimaschutzmaßnahmen wie eine umweltfreundliche Mobilität kommen somit auch der Gesundheit zu Gute.

Weitere Informationen

UBA (2009): Gesundheitliche Anpassung an den Klimawandel

UBA (2012): Umwelt und Kindergesundheit

Zecken

Borreliose

FSME

Infos

Die Klimaschutzkonzepte       des Kreises Segeberg:

integriertes Klimaschutzkonzept
(PDF 4,3 MB)
Teilkonzept Klimaanpassung

(PDF 2,6 MB)
Teilkonzept Liegenschaften  (PDF 7,9 MB)

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