Hilfsnavigation

Metropolregion Hamburg
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
Wappen Kreis Segeberg
 
Haus B Kreisverwaltung

Kleine "Klimaretter" im Kreis Segeberg ganz groß

Zwei Kitas in Neuengörs und Norderstedt erhalten Auszeichnung für vorbildliches Verhalten

Der Kindergarten „Rasselbande“ aus Neuengörs und die evangelische Kita Falkenberg aus Norderstedt haben die Nasen vorn in Sache Klimaschutz: Im Rahmen der Bildungsinitiative „KITA21 – die Klimaretter“ sind die zwei Einrichtungen aus dem Kreis Segeberg jetzt für ihr klimagerechtes Verhalten ausgezeichnet worden. Insgesamt erhielten fünf Einrichtungen die Auszeichnung „KITA21“.

Ziel des Projekts ist es, Kinder spielerisch an zukunftsrelevante Themen heranzuführen und ihnen beizubringen, verantwortungsvoll und umweltbewusst zu handeln. Indem sich die Mädchen und Jungen mit Themen wie Mobilität, Energie, Ernährung, Abfallvermeidung und biologischer Vielfalt auseinandersetzen, finden sie Zusammenhänge heraus und lernen, wie sie selbst einen Beitrag zum Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutz leisten können.

Seit mehr als einem Jahr beschäftigen sich alle 63 Kinder des Kindergartens „Rasselbande“ mit ihren acht pädagogischen Fachkräften mit ganz unterschiedlichen Themen im Sinne einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. In diesem Jahr
ging es vor allem um zwei Aspekte: Zum einen gab es ein Hühnerprojekt, bei dem Fragen der Kinder rund um die Hühnerhaltung und die Weiterverarbeitung von Eiern und Hühnerfleisch im Vordergrund standen. Anlass war, dass sich eine Familie eines Kita-Jungen Hühner anschaffte, die im Rahmen des Projekts auch besucht wurden. Begleitet wurde die Bildungsarbeit von Philosophier-Runden, Buchbetrachtungen, Koch- und Backaktionen sowie Kreativangeboten. Aufgrund der Geflügelpest konnte ein nahegelegener Hühnerhof bisher noch nicht besucht werden, dies soll aber nachgeholt werden.

Das zweite Projekt drehte sich um den kitaeigenen Gemüsegarten, der in diesem Jahr durch ein weiteres Hochbeet vergrößert wurde. Die Kinder waren ein Jahr lang in alle Schritte der Bewirtschaftung des Gartens eingebunden. Auch die Eltern machten mit und Kinder aus Flüchtlingsfamilien berichteten von der Landwirtschaft in ihrer Heimat. Und auch sonst spielt Ressourcenschutz eine immer wichtigere Rolle in der Kita: Beim Einkauf wird versucht, Produkte aus der Region zu wählen. Eine Tauschbörse und Flohmärkte sind weitere Schritte, die aufzeigen sollen, dass auch vermeintlich Altes noch einen hohen Wert hat.

In einem Jahresprojekt beschäftigen sich die 85 Kinder mit 18 pädagogischen Fachkräften der evangelischen Kita Falkenberg mit der „Vielfalt des Kinder-Gartens“. Dabei gab es zwei Schwerpunkte: die Erweiterung des Nutzgartens und die Auseinandersetzung mit Fragen rund um das Thema Abfall.

Auf dem Außengelände der Kita wurden neue Gemüse- und Hochbeete angelegt und eine Kompostkiste in Betrieb genommen. Die Kinder waren immer dabei, wenn es um die Pflege des Gartens ging – von der Auswahl der Gemüsesorten bis hin zur Entscheidung, was aus den geernteten Produkten hergestellt werden soll. Ausflüge zu einem Gartencenter und einem Erdbeerfeld waren ebenfalls Teil der Bildungsarbeit. Durch regelmäßige „Obst- und Gemüse-Forscher“-Tage lernten die Kinder neue Sorten kennen. Nach der Beschäftigung mit regionalem Obst und Gemüse soll es in einem nächsten Schritt auch um Überseeprodukte wie Bananen und Kakao und das Thema „Fairer Handel“ gehen.

Über die Errichtung einer Kompostkiste für den Garten geriet der Fokus auch auf das Thema Abfall. Es gab Gesprächsrunden, in denen über Mülltrennung gesprochen wurde. Die Kinder bastelten Kreatives aus Abfällen und besuchten einen Recyclinghof. Um konkret etwas vor Ort zu tun, hat die Kita am „Norderstedter Stadtputz“ teilgenommen und nahegelegene Naturflächen von Unrat befreit.

Neben diesen pädagogischen Bausteinen sind auch die Bemühungen im Bereich der Bewirtschaftung zu betonen: Die Kita kauft ihr Brot beim lokalen Bäcker, das Obst beim lokalen Bio-Obst-Händler und der Essenslieferant wurde gewechselt, so dass das Essen nun in Bio-Qualität und mit reduziertem Fleischanteil auf die Tische kommt. Und auch bei Papier, Beleuchtung und Reinigungsmitteln achtetet die Kita auf Umweltverträglichkeit und Effizienz. Für die Falkenberger ist es die zweite Auszeichnung als „KITA21“.

„KITA21 – Die Klimaretter“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der GAB Umwelt Service (Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung mbH) aus Tornesch in Kooperation mit dem Abwasserzweckverbands (AZV) Südholstein, dem Kreis Pinneberg und der „S.O.F. Save Our Future-Umweltstiftung“. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Landesprogramms „Ländlicher Raum“ der Europäischen Union. Die Aktion ist vor fünf Jahren im Kreis Pinneberg gestartet. In der neuen Förderperiode
wurde sie auf den Kreis Segeberg ausgeweitet. Es handelt sich um ein kostenfreies Fortbildungs- und Unterstützungsangebot, durch das Kitas zu einem Lernort für eine zukunftsfähige Entwicklung werden sollen.

Wer will mitmachen?
Demnächst starten wieder zwei „KITA21 – Klimaretter“- Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher. Sie gliedern sich in einen zweitägigen Grundlagenworkshop und einen eintägigen Projektplanungsworkshop. Die Termine:
- 10./11. Oktober und 7. November /  Veranstaltungsort: „himmel + erde“, Itzehoe
- 15./16. November und 7. Dezember / Veranstaltungsort: Kreisverwaltung Pinneberg, Elmshorn

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.klimaretter-sh.de, telefonisch unter 040/226 32 77 65 oder per E-Mail an anna.thielebein@save-our-future.de.