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Keuchhusten: Drei weitere Fälle an Richard-Hallmann-Schule bestätigt

Seit Mittwochnachmittag gibt es drei weitere ärztlich bestätigte Keuchhusten-Fälle an der Richard-Hallmann-Schule (RHS) in Trappenkamp.

Insgesamt ermittelt der Fachdienst Infektionsschutz des Kreises Segeberg somit aktuell in sieben gemeldeten Keuchhustenfällen, die Bezug zu drei Gemeinschaftseinrichtungen in der Region Bornhöved/Trappenkamp haben: neben der RHS zur Grundschule Trappenkamp und zur Sventana-Schule Bornhöved. Aufgrund der Lage spricht Gesundheitsamtsleiter Dr. Boris Friege nun von einem „Ausbruch“. Die Situation sei aber nach wie vor unter Kontrolle.

Ein Krankheitsausbruch ist laut Definition des Robert-Koch-Instituts im Allgemeinen, „wenn die Anzahl von Personen mit einer bestimmten Infektionskrankheit in einer bestimmten Region und/oder einem bestimmten Zeitraum die erwartete Anzahl dieser Erkrankungen übersteigt. Wie viele Erkrankungen ,normalerweise‘ zu erwarten sind, kann über die regelmäßige Erfassung und Überwachung (Surveillance) von meldepflichtigen Infektionskrankheiten ermittelt werden.“ Erkrankungen können demnach einem Krankheitsausbruch zugeordnet werden, wenn zum Beispiel mehrere Personen gemeinsam an einer Veranstaltung mit Verköstigung teilgenommen oder in einem Restaurant gegessen haben und anschließend etwa zeitgleich erkrankt sind.

„Wegen der komplexen, jahrgangsübergreifenden Verbindungen haben wir unsere Ermittlungen und Maßnahmen in der Richard-Hallmann-Schule nun auf die gesamte Schule ausgedehnt“, sagt Friege. Das bedeute aber nicht, dass die Schule geschlossen wird, „sondern dass in allen Klassen das Symptom Husten abgefragt und bei Bejahung ein Schulbetretungsverbot ausgesprochen wird“. Das Gesundheitsministerium des Landes ist als oberste Gesundheitsbehörde über diese Vorgehensweise informiert und unterstützt das Vorgehen des Gesundheitsamtes.

Hintergrund: Ermittlungsweg und Maßnahmen
Der Fachdienst Infektionsschutz
• erhält eine Meldung gemäß Infektionsschutzgesetz und prüft das Kontaktpersonenumfeld (Bezug zu Gemeinschaftseinrichtungen, sensible Berufe, beispielweise im medizinischen Bereich, Krankheitsanfällige in der Wohngemeinschaft wie Säuglinge, Hochbetagte oder Menschen mit einem schwachen Immunsystem);
• ermittelt im Kontaktpersonenumfeld: Kontaktperson, die hustet, gilt als krankheitsverdächtig für Keuchhusten und erhält gegebenenfalls ein Betretungsverbot für die Gemeinschaftseinrichtung oder ein Tätigkeitsverbot bei einem sensiblen Beruf.
 
Neben Betretungs- und Tätigkeitsverboten wird auch über weitere Maßnahmen im Rahmen der Möglichkeiten beraten. Dazu gehören beispielsweise ein Gang zum Arzt oder das Schließen von Impflücken. In ausgewählten Fällen kann auch bei gesunden Kontaktpersonen eine Antibiotikabehandlung angezeigt sein usw.

Im Regelfall wird ein Betretungsverbot oder ein Tätigkeitsverbot 21 Tage nach Hustenbeginn aufgehoben. Das Schulbetretungsverbot kann vorzeitig von der Gesundheitsbehörde aufgehoben werden, wenn
• ein Beleg für eine fünftägige, geeignete Antibiotikabehandlung vorgelegt wird
• oder ein negativer Erregernachweis aus der korrekt abgenommen Abstrichprobe aus dem Nasenrachen vorliegt.

Hintergrund zu den zwei Erregertypen, die aktuell im Kreis vorkommen:
Eine Keuchhustenerkrankung wird klassisch durch das Bakterium Bordatella pertussis verursacht. Es gibt aber auch verwandte Erreger der Bakteriengattung Bordatella, die Keuchhusten auslösen können. Und tatsächlich gibt es im Kreis Segeberg aktuell zwei nachgewiesene Fälle mit dem Erreger Bordatella parapertussis. Behandlung, Diagnostik und Maßnahmen sind aber identisch.

Wie kann der Ausbruch gestoppt werden?
Um den Ausbruch zu stoppen, muss die Infektkette durchbrochen werden. Dies gelingt mit den bereits genannten Maßnahmen: Indem der Infektionsschutz Menschen mit ansteckungsfähigem Keuchhusten von großen Menschenansammlungen (wie Schulen) beziehungsweise von durch Keuchhusten besonders gefährdeten Personen (wie Klinikpatienten) fernhält. Außerdem ist es wichtig, Keuchhusten-Impflücken zu schließen.

Zusätzliche Informationen zur Thematik finden Sie im Internet unter: www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Impfen/Aktuelles/aktuelles_node.html