Hilfsnavigation

Metropolregion Hamburg
Seite mit dem Google-Übersetzungsservice übersetzen
Wappen Kreis Segeberg
 
Haus Segeberg - Header

Lexikon Zentraler Begriffe

© IZRG Danker/Lehmann

Dreiklassenwahlrecht

Wahlrecht im Abgeordnetenhaus des Preußischen Landtags zwischen 1849 und 1918, bei dem sich die Bedeutung der abgegebenen Stimme nach der Steuerleistung, indirekt also nach dem Vermögen der Stimmberechtigten (männlich, ab 24 Jahre) richtete.

Führerprinzip

Nationalsozialistischer Grundsatz politischer Leitung, bei dem sich die Verantwortung für alle Entscheidungen bei einer Person (einem „Führer“) bündelt, der nur der nächsthöheren Ebene gegenüber Rechenschaft schuldet. Im Gegensatz zur Demokratie sollten Entscheidungen in allen Bereichen nach Beratung und nicht nach Abstimmung gefällt werden.

Kommunale Selbstverwaltung

Das Prinzip, nach dem bestimmte Entscheidungen am besten vor Ort und in eigener Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde (Kommune) getroffen werden sollten. Seit den preußischen Reformen zu Beginn des 19. Jh. zunächst den Städten, später allen Gebietskörperschaften zugesprochenes Recht, in einem begrenzten Rahmen öffentliche Aufgaben in Eigenverantwortung zu erledigen, wobei es sowohl Pflicht- als auch freiwillige Aufgaben gibt.

Kreisausschuss

In Preußen eine vom Kreistag [SL1] gewählte, zunächst sechsköpfige ehrenamtlich Expertengruppe, die das Verwaltungsorgan des Kreises bildete und den Landrat bei der Umsetzung von Verwaltungsangelegenheiten unterstützen sollte, unter dessen Vorsitz er tagte. In der NS-Zeit zunächst mit den Befugnissen des Kreistags ausgestattet, im Dezember 1933 jedoch Verlust aller Rechte Beschlüsse zu fassen. Im Schleswig-Holstein wieder hergestellt als neunköpfige Expertengruppe (einschließlich des Landrats) bis zur Abschaffung 1997.

Kreisdeputierter

Nach der preußischen Kreisordnung ehrenamtlicher Vertreter des Landrats bei Abwesenheit.

Kreisleiter der NSDAP

Nationalsozialistischer Parteifunktionär mit Führungsanspruch auf der Ebene der Kreise.

Kreispräsident

Vorsitzender des Kreistags in der schleswig-holsteinischen Kreisordnung von 1950 die politische Spitze und Repräsentant des Kreises ohne Verwaltungsbefugnis.

Kreistag

Gewählte Vertretung der Bevölkerung eines Landkreises, die Beschlüsse der kommunalen Selbstverwaltung treffen kann. Während der NS-Zeit wurden die Kreistage im Zuge der Einführung des Führerprinzips 1933 entmachtet und ihre Zuständigkeiten auf die Kreisausschüsse [SL2] übertragen. Im Bundesland Schleswig-Holstein berechtigt, den Landrat oder die Landrätin zu wählen.

Landkreis

Ein Landkreis ist ein Gebiet und eine Gebietskörperschaft in einem Bundesland bzw. vormals in einer preußischen Provinz. Er ist zugleich ein staatlicher Verwaltungsbezirk und ein genossenschaftlich organisierter Selbstverwaltungsverband. Zur Zeit besteht das Bundesland neben vier kreisfreien Städten (Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster) aus insgesamt elf Landkreisen, einer von ihnen der Kreis Segeberg.

Provinz

Das Land Preußen war gegliedert in einzelne Provinzen, vor dem Ersten Weltkrieg in insgesamt zwölf, von denen Schleswig-Holstein 1867 neu hinzugekommen war. An der Spitze jeder Provinz stand als oberster Verwaltungsbeamter ein Oberpräsident, der direkt dem König bzw. Ministerpräsidenten verantwortlich war.

Regierungsbezirk

In Preußen die Mittelinstanz zwischen Provinz und Landkreis. Üblicherweise bestand eine Provinz aus zwei oder mehr Regierungsbezirken. Schleswig‐Holstein bildete eine Ausnahme, indem die Provinz allein aus dem Regierungsbezirk Schleswig, genannt nach seinem Verwaltungssitz, gebildet wurde. An der Spitze jedes Regierungsbezirks stand als oberster Verwaltungsbeamter ein Regierungspräsident, der dem preußischen Innenminister unterstand.